AXA IM Investmentstrategie: Was passiert, wenn China strauchelt?

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AXA IM Investmentstrategie: Was passiert, wenn China strauchelt?



In der aktuellen Publikation „Investmentstrategie“ erläutern Aidan Yao, Manolis Davradakis und Eric Chaney von AXA Investment Managers, welche Folgen ein Ausfall im chinesischen Finanzsektor für andere Emerging Markets und für Finanzanlagen hat.

Das Risiko: Realwirtschaftliche Verflechtungen zwischen China und dem Rest der Welt

Die chinesischen Finanzmärkte sind weitgehend vom Rest der Welt abgeschottet. Und dennoch: Auf den Beinaheausfall im chinesischen Finanzsektor reagierten die internationalen Märkte vor kurzem äußerst sensibel. Der Grund dafür ist, dass die Verflechtungen zwischen China und dem Rest der Welt eher realwirtschaftlicher als finanzieller Art sind. Wenn eine Finanzkrise in China die Liquiditätsversorgung vieler Privatunternehmen stört und die entstehende Kreditkrise zu einem Einbruch der Binnennachfrage führt, könnte dadurch die Weltwirtschaft Schaden nehmen – schließlich ist China ein wichtiger Handelspartner von Emerging Markets und Industrieländern. Darüber hinaus sind die Banken der Industrieländer mit 15 Prozent ihrer Auslandsforderungen in den Emerging Markets engagiert. Durch schlechtere Finanzierungsbedingungen könnte der realwirtschaftliche Schock weiter verstärkt werden. Vor allem aber könnte die Verunsicherung infolge eines Ausfalls im chinesischen Fina nzsektor Unternehmen weltweit veranlassen, ihre Investitionen bis auf weiteres zurückzustellen.

Insolvenz im chinesischen Finanzsektor: Hauptleidtragende sind Emerging Markets

Das Worst-Case-Szenario für den chinesischen Finanzsektor beginnt mit dem Ausfall eines Vermögensverwaltungsprodukts. Dieser löst massive Verkäufe anderer schwach regulierter Schattenbankprodukte aus, schließlich gerät das Bankensystem selbst unter Druck. Tritt dieser Fall ein, würde das chinesische Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 1 Prozent weniger wachsen. Das Wachstum der Industrieländer würde um 0,2 Prozent geringer ausfallen. Die Hauptleittragenden einer Wachstumsabschwächung in China wären jedoch die Emerging Markets: Hier würde das Wachstum um 0,4 Prozent zurückgehen. Das gilt jedoch auch in umgekehrter Richtung: Ein fiskal- oder geldpolitischer Impuls in China würde den übrigen Emerging Markets über den Außenhandel doppelt so viel Schub geben wie den Industrieländern.

Folgen für Anlageprodukte: Fluch für Aktien, Segen für Anleihen

Die erste Reaktion der Anleger auf einen Ausfall im chinesischen Finanzsektor wäre wohl, sich in sichere und liquide Vermögenswerte zu flüchten – vorzugsweise in amerikanische Staatsanleihen. In der Folge würden die amerikanischen Zehnjahresrenditen um 70 Basispunkte auf rund 2,0 Prozent zurückgehen. Die Investoren würden risikoreichere Anlagen meiden, bis die chinesischen Behörden überzeugende Maßnahmen zur Konjunkturbelebung ergreifen und sich eine Erholung abzeichnet, was bis zu sechs Monate dauern könnte. Im Worst-Case-Szenario wären die Erträge amerikanischer Aktien um 10 Prozent niedriger als im Hauptszenario. Europäische und Emerging-Markets-Aktien würden Ertragseinbußen von 20 bis 30 Prozent erleiden. Ein Ausfall im chinesischen Finanzsektor könnte den langfristigen Abwärtstrend der Anleihemärkte zwar nicht außer Kraft setzen, käme aber in diesem Jahr den Anleihen sehr zugute.




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