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"profil": Top-Team-Affäre: LH Kaiser doch belastet
Bürochef belastete laut BAK-Einschätzung Landeshauptmann Kaiser in Top-Team-Affäre unwissentlich; Nachrichtenmagazin bringt Originalauszüge
Das Nachrichtenmagazin "profil" berichtet in seiner
Montag erscheinenden Ausgabe über neue Entwicklungen in der so
genannten Top-Team-Affäre um den Kärntner SPÖ-Landeshauptmann Peter
Kaiser. Wie "profil" berichtet, hat Kaisers langjähriger Bürochef
Arnold Gabriel in seiner Einvernahme durch das Bundesamt zur
Korruptionsbekämpfung den Landeshauptmann offenbar unwissentlich
beschuldigt. Dies geht aus einem Einvernahme-Protokoll hervor, aus
dem das Magazin zitiert. Wörtlich gab Gabriel am 6. Mai als
Beschuldigter unter anderem an: "Auf konkretes Befragen gebe ich an,
dass Dr. Kaiser bei der strategischen Entscheidung zur Umsetzung der
Kampagne anwesend war und diese Umsetzung entschieden hat. Dr. Kaiser
handelte so wie auch Mag. Schäfermeier (Kaisers Pressesprecher, Anm.)
und ich mit dem Wissen, dass Restmittel des Jahres 2009 vorhanden
sind. Ich glaube, mich erinnern zu können, dass Dr. Kaiser, Mag.
Schäfermeier und ich gemeinsam entschieden haben, das Geld noch 2009
zu verwenden, eben aus Sorge, dass Landesrat Dobernig (damals
FPK-Finanzlandesrat, Anm.) im Jahr 2010 die Geldmittel für die
Kampagne nicht mehr freigibt."
Laut "profil" würden die Korruptionsermittler diese Aussagen als
mögliche Erhärtung des Verdachts der Untreue gegen Kaiser werten.
Peter Kaiser hatte als damaliger Gesundheitslandesrat im Dezember
2009 Kampagnen im Gesamtwert von 140.000 an die SPÖ-eigene
Werbeagentur Top Team vergeben. Das BAK prüft, ob dafür Leistungen
nachweisbar sind.
Wie Gabriel laut Einvernahmeprotokoll angibt, wurde der Auftrag
zur Umgehung von Vergaberichtlinien gestückelt, allerdings ohne
Wissen des Landeshauptmanns: "Dass der Gesamtbetrag von 140.000 Euro
auf mehrerer Rechnungen aufgeteilt wurde, um eine Befassung und damit
verbundene notwendige Genehmigung durch Landesrat Dobernig ebenso zu
umgehen wie eine Ausschreibung nach dem Bundesvergabegesetz war
glaublich die Entscheidung von Mag. Schäfermeier und mir, Dr. Kaiser
war dabei meiner Meinung nach nicht eingebunden."
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