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WdF - Stellungnahmen zur Beschränkung der Managergehälter
Die Schweizer Initiative, dass Manager per Verfassung
nur noch höchstens zwölf Mal so viel verdienen dürfen, wie der
Mitarbeiter im Unternehmen mit dem geringsten Lohn, ist
wirtschaftspolitischer Selbstmord. Drastischer kann man es nicht mehr
ausdrücken. Die Reaktion internationaler Konzerne, bei Realisierung
dieses Wahnsinns die Firmensitze sofort ins Ausland zu verlegen, ist
deutlich genug.
Für die österreichische Wirtschaft würde das bedeuten, dass hunderte
Firmenzentralen in das 60 km von Wien entfernte Bratislava verlegt
werden, wo ohnehin bereits jetzt ein Spitzensteuersatz von 25 % statt
wie bei uns 50 % eine Verlockung darstellt. Für die Mitarbeiter
derjenigen Firmen, die nicht abwandern, wird sich gar nichts ändern:
Nicht ausbezahlte Spitzenmanagergehälter erhöhen den Betriebsgewinn,
für die einfachen Arbeiter und Angestellten ändert sich gar nichts,
sie werden keinen einzigen Cent mehr bekommen.
"Es ist geradezu absurd, diese Diskussion in Österreich zu führen.
Die Einkommensstudie des WdF, welche vor einer Woche veröffentlicht
wurde, hat ergeben, dass die österreichischen Spitzenmanager das
nicht einmal siebenfache des Median-Durchschnittseinkommens der
österreichischen ArbeitnehmerInnen verdienen, und dass die
Spitzenmanager im Gegensatz zum Großteil der Beschäftigten im letzten
Jahr einen Realeinkommensverlust hinnehmen mussten. Vor dem Schüren
einer Neiddebatte über die Gehälter von Führungskräften, kann nicht
genug gewarnt werden. Sie ist in Österreich vollkommen unangebracht
und kann nur dazu führen, den Wirtschaftsstandort zu schwächen. In
Zeiten, wo um jedes Zehntel Prozent Wirtschaftswachstum und um jeden
Arbeitsplatz gekämpft wird, sind solche vom Ausland hereinschwappende
Diskussionen Gift."
Astronomisch überzogene Managergehälter, wie sie zum Beispiel in den
USA häufig gezahlt werden, lehnen wir aber strikt ab. Diese Gehälter
sind fern der Realität und aus unserer Sicht schwer darstellbar.
Gen.-Dir. Karl Javurek
Bundesvorsitzender des Wirtschaftsforums der Führungskräfte
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