|
Faymann in ÖSTERREICH: Sind bei automatischem Datenaustausch "voll dabei"
Bankgeheimnis bleibt für Inländer - Kanzler an Fekter: "Für mich ist die Sache erledigt" - Brief war "unsinniges Ultimatum an EU"
Kanzler Werner Faymann zeigt sich beim
Bankgeheimnis-Streit in Richtung EU kompromissbereit. Im Interview
mit ÖSTERREICH (Sonntagsausgabe) sichert der Kanzler Brüssel volle
Kooperation zu: "Wir schützen unser Bankgeheimnis, beteiligen uns
aber trotzdem voll am automatischen Datenaustausch für ausländische
Steuersünder. Österreich wolle "bei der Verfolgung von
Steuerbetrügern eine führende Rolle einnehmen", so der Kanzler
weiter. "Weltweit sind 20 Billionen Euro in Steuer-Oasen versteckt -
mehr als sieben Mal so viel wie das gesamte deutsche BIP. Das muss
abgestellt werden. Und deshalb muss es neben dem Datenaustausch auch
Initiativen gegen Trusts und Kanalinseln geben."
In Richtung von Finanzministerin Maria Fekter sagt Faymann: "Für
die Psychologie der Finanzministerin ist sie selbst zuständig. Für
mich ist die Sache erledigt. Jetzt weiß jeder: Ich unterschreibe
keinen Brief mit unsinnigen Ultimaten an die EU - sondern ich stehe
dafür, dass Österreich eine Vorreiterrolle in der EU bei der
Bekämpfung des Steuerbetrugs einnehmen wird."
Fekter müsse jetzt bis zum 22. Mai eine Einigung mit Brüssel
erzielen: "Es gibt keinen Streit mehr, sondern Konsens. Wir stimmen
dem Verhandlungsmandat für automatischen Datenaustausch zu, wenn das
österreichische Bankgeheimnis geschützt bleibt. Die Frau
Finanzminister soll noch vor dem EU-Gipfel am 22. Mai die Einigung
mit der EU erzielen. Die lautet klipp und klar: Wir stimmen dem
automatischen Datenaustausch für Ausländer zu und unser Bankgeheimnis
bleibt. Und ich werde künftig sehr wachsam sein, dass alle Minister
so auftreten, damit das Image Österreichs bei der Bekämpfung von
Steuerbetrug nicht beschädigt wird."
|