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Faymann in ÖSTERREICH zu Bankgeheimnis: "Ausländer melden, aber Sparer schützen."
Kanzler im ÖSTERREICH-Interview: "Entwarnung ... Unser Bankgeheimnis bleibt noch sehr, sehr lange."
"Man kann jedem Österreicher sagen: Entwarnung - das
Bankgeheimnis bleibt." Im Interview für die Mittwoch-Ausgabe der
Tageszeitung ÖSTERREICH stellt Bundeskanzler Werner Faymann die
gemeinsame Position der österreichischen Bunderegierung klar: "Bei
Anlegern aus dem Ausland, die bei uns ein Konto unterhalten, werden
künftig alle für die Bekämpfung von Steuerbetrug nötigen Daten sofort
an ihr Heimatland übermittelt. Bei österreichischen Staatsbürgern
hingegen gilt das Bankgeheimnis unverändert weiter. Gemeldet werden
nur Ausländer."
Faymann sieht dabei keinen Widerspruch zur Gleichbehandlung in der
Europäischen Union. Der Kanzler: "Unser Verfassungsdienst hat uns
klar gesagt, da gibt’s kein Problem. Das Bankgeheimnis für
österreichische Staatsbürger bleibt erhalten - da kann jeder
Ausländer klagen so viel er will."
Es sei noch die "Aufgabe von Verhandlungen, ob wir wirklich alle
Daten automatisch nennen oder ob es nicht effizientere Formen der
Datenübermittlung von Steuerbetrügern gibt". Faymann präzisiert auch
den Zeitrahmen: "Das wird jetzt rasch mit der EU verhandelt, da
werden wir sehr kooperativ sein, weil wir kein Paradies für
Steuerbetrüger sein wollen."
Der Kanzler gibt sogar eine "Bestandsgarantie" für das
Bankgeheimnis für Österreicher ab: "Das Bankgeheimnis bleibt noch
sehr lang, weil es nur mit 2/3-Mehrheit im Parlament aufgehoben
werden kann. Und das wird nicht geschehen.
Im ÖSTERREICH-Interview appelliert Faymann an die EU, dem
internationalen Steuerbetrug im großen Rahmen "zu Leibe zu rücken".
Faymann: "Das Problem der Steuerhinterziehung liegt nicht beim
Bankgeheimnis, es liegt bei jenen, die helfen, Milliarden zu
verschleiern. Da fordere ich, dass Klartext gesprochen wird mit den
Briten, die über Trusts und Kanalinseln ein Paradies für
Steuerflüchtlinge sind und dass Steuer-Oasen verfolgt werden."
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