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Industrie: Vermögensteuern kosten Arbeitsplätze
IV-GS Neumayer: Vermögensteuern treffen den Mittelstand und sind Enteignung - Keine neuen Steuern, sondern Strukturreformen - Unternehmen bereits überdurchschnittlich stark belastet
 "2011 leisteten Unternehmen 35,2 Milliarden Euro an
Steuern und Abgaben und die obersten 10 Prozent der
Lohnsteuerpflichtigen tragen mit 51,2 Prozent mehr als die Hälfte des
Lohnsteueraufkommens. Die immer wiederkehrende Forderung der
Arbeiterkammer und des ÖGB, Unternehmen und Besserverdiener stärker
zu besteuern, sind ebenso entbehrlich wie gefährlich - Österreich ist
bereits ein massiv umverteilendes Höchststeuerland", so der
Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Christoph
Neumayer heute, Mittwoch. "Vermögensteuern kosten Arbeitsplätze,
entziehen Kapital aus Unternehmen sowie Familien und schwächen die
Eigenkapitalstruktur. Durch die Besteuerung von bestehender Substanz
wird die Investitionsfreude gehemmt und dadurch Wachstum
unterbunden", warnte der IV-Generalsekretär.
Vergleicht man die Entwicklung des Gewinnsteueraufkommens der
Unternehmen mit der Lohnsteuer und dem BIP-Wachstum im Zeitraum 1988
bis 2011, so wird sichtbar, dass die Gewinnsteuern der Unternehmen
als auch die Lohnsteuer in etwa gleich stark angestiegen sind. Dabei
haben sowohl die Gewinnsteuern als auch die Lohnsteuer ein höheres
Wachstum als das BIP verzeichnet. Auch die Steuerleistung der
Kapitalgesellschaften hat in den vergangen 23 Jahren deutlich stärker
zugelegt als die Lohnsteueraufkommensentwicklung und das
Wirtschaftswachstum. Das Gewinnsteueraufkommen der
Kapitalgesellschaften stieg um das 3,7-fache, jenes der Lohnsteuer um
weniger als das 2,8-fache.Â
Durch die Einführung einer Vermögensteuer wird Einkommen und
Besitz doppelt besteuert, sagte der IV-Generalsekretär: "Vermögen ist
nichts anderes als erarbeitetes und erspartes Einkommen, das bereits
einmal einkommensteuermäßig erfasst wurde. Eine Vermögensteuer auf
bestehende Substanz würde demnach bereits Besteuertes nochmals
besteuern. Vermögensteuern haben Enteignungscharakter. Worin besteht
hier die Gerechtigkeit? Darüber hinaus würde die Einführung einer
Vermögensteuer, die substanzielle Volumina generieren soll, den
breiten Mittelstand treffen". Zudem zeige ein Ländervergleich, dass
die Höhe der Vermögensteuern mit einer ausgeglichenen
Einkommensverteilung nichts zu tun habe. "Das Gegenteil ist der Fall.
In Ländern mit niedrigen Vermögensteuern ist der Wohlstand
gleichmäßiger verteilt, als in Staaten wie Großbritannien, USA und
Kanada, die relativ hohe Vermögensteuern haben. Diese Länder weisen
viel größere Einkommensungleichheiten auf", so Neumayer.
"Wenn Österreich nicht weiter an Wettbewerbsfähigkeit verlieren
und den Wohlstand innerhalb des Landes erhalten will, braucht es
keine neuen Steuern, sondern strukturelle Veränderungen. Ziel muss es
sein, die Abgabenquote insgesamt zu senken, statt neue Steuern
einzuführen", so Neumayer. Die österreichische Abgabenquote liege
derzeit bei 42 Prozent und damit 3,1 Prozent-Punkte über dem Schnitt
der EU-17, sowie 3,6 Prozent über dem Schnitt der EU-27. "Österreich
gehört zu den am meisten umverteilten Ländern der Welt - in kaum
einem Land der Welt ist die Schere zwischen Arm und Reich so niedrig
wie in Österreich. Es gibt keinen Spielraum nach oben", betonte der
IV-Generalsekretär.Â
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