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ÖSTERREICH: Spindelegger sagt "Kenia-Koalition" im Bund ab
ÖVP-Chef: "Kein Vorbild" - Kritik an Schmied: "So geht´s nicht" - "Schlechtes Krisen-Management durch Strache"
Die Kärntner "Kenia-Koalition" - also eine
Zusammenarbeit von SPÖ, ÖVP und Grünen - ist für ÖVP-Chef Michael
Spindelegger kein Vorbild. Im Interview mit ÖSTERREICH
(Sonntag/Montag-Ausgabe) sagt der Vizekanzler: "Das ist kein Vorbild
für den Bund. Kärnten ist ein Sonderfall. Dort wurde ein korruptes
Regime um Dörfler und Scheuch abgewählt. Die konstruktiven Kräfte
versuchen nun einen Neustart."
Spindelegger sieht keine Notwendigkeit für eine Dreierkoalition,
arbeite doch die Regierung gut zusammen: "Eiszeit herrscht derzeit
nur beim Wetter, nicht in der Regierung. Wir haben noch einiges vor:
Umsetzung des Wirtschaftspaketes, damit neue Arbeitsplätze entstehen.
Beim Thema Wohnen möchte die Regierung noch einiges erreichen. Gleich
nach Ostern. Ich möchte über die Pensionskassen 2 Mrd. Euro in den
Wohnbau investieren. Die SPÖ signalisiert hier Bewegung. Großartig."
Dass es bei der letzten Regierungsklausur im Herbst 2012 Streit
gegeben habe, sei die Schuld von SPÖ-Unterrichtsministerin Claudia
Schmied gewesen: "Es ging um ein umfassendes Wirtschaftspaket. Kurz
vorher ging die Bildungsministerin mit persönlichen Forderungen an
die Öffentlichkeit. Ergebnis der Klausur: Streit in der Regierung.
Die guten Ergebnisse traten in den Hintergrund. So geht´s nicht."
Scharfe Kritik gibt es indes für die FPÖ von Heinz-Christan
Strache: "Strache sollte endlich die parteiinterne Nabelschau
beenden. Ein so schlechtes Krisenmanagement wie jenes der FPÖ habe
ich noch nicht erlebt. Die politische Versorgung von Altpolitikern im
Bundesrat als Erfolg zu verkaufen, kann nicht funktionieren."
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