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Transferbeschränkung Zypern: Zahlungsrisiko auch für österreichische Exporteure
OeKB Versicherung ortet politische Risiken aktuell auch in der EU
Die Beschränkung im Zahlungsverkehr durch die
zypriotische Regierung bringt ein Risiko zutage, mit dem
österreichische Exporteure in EU Mitgliedsstaaten bisher kaum oder
gar nicht gerechnet haben: das Transferrisiko. Bis jetzt ist noch
unklar, welche Zahlungen im B2B Bereich von den zypriotischen
Behörden erlaubt werden. Auch wenn es sich nur um eine kurzfristige
Maßnahme handeln sollte, macht es doch deutlich, dass selbst
innerhalb der EU Zahlungen durch behördliche Maßnahmen blockiert
werden können.
"Viele Exporteure irren, wenn sie glauben, dass solche
Zahlungsausfälle ohnehin von ihrer Kreditversicherung gedeckt wären",
stellt Helmut Altenburger, Vorstand der OeKB Versicherung AG, fest.
"Meist denkt man nur an das wirtschaftliche Risiko. Wir haben unsere
Versicherungsnehmer über Jahre immer wieder darauf hingewiesen, dass
es auch in den vermeintlich sicheren Ländern der EU wichtig ist, das
politische Risiko einzudecken." Das haben die vergangenen Vorfälle in
Zypern und Griechenland bestätigt. Die OeKB Versicherung deckt das
politische Risiko automatisch flächendeckend für alle Länder.
Politisches Risiko Zahlungstransfer
Als Transferrisiko gilt das Risiko eines inländischen Gläubigers,
dass seine Forderung an einen ausländischen Schuldner trotz dessen
Zahlungswilligkeit nicht rechtzeitig und in voller Höhe beglichen
wird, weil staatliche Eingriffe in den Handels- und Zahlungsverkehr
dies verhindern. Dieses Risiko ist dann von einer Kreditversicherung
gedeckt, wenn auch das sogenannte politische Risiko versichert ist.
Zahlungsgrenze zypriotischer Abnehmer: 5.000 Euro
Die Zentralbank von Zypern hat Einschränkungen im Zahlungsverkehr
beschlossen. Der Beschluss sieht Grenzen für Auslandsüberweisungen
und unter anderem auch Auflagen für die Abwicklung von
Exportgeschäften vor. Die Grenze des Zahlungsverkehrs liegt nach
heutigem Stand bei 5.000 Euro. Jeder höhere Betrag muss von der
zypriotischen Zentralbank genehmigt werden. Wie lange die
Beschränkungen gelten sollen, wurde nicht mitgeteilt.
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