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Profil-Enthüllungen blamieren Aufklärungsteam
Ein in Aussicht gestellter Aufrag von Prof. Lukas an Experten stößt bei Collatio auf wenig Gegenliebe
"Die neuesten Enthüllungen des Nachrichtenmagazins
Profil zur Finanzaffäre des Landes Salzburg sind eine Blamage für
alle an der Erstellung des offiziellen Finanzberichtes der
Landesregierung beteiligten Politiker und Experten." Dies erklärte
der Geschäftsführer des Finanzberatungsunternehmens Collatio, Rainer
Stich . Den Journalisten sei es innerhalb weniger Tage gelungen, mehr
und objektivere Informationen zu den Vorgängen aufzuzeigen. Collatio
habe bereits wiederholt die Interessenskonflikte von Landesrat
Brenner als Auftraggeber der Aufklärung sowie jener Mitglieder des
Aufklärungsteams aufgezeigt, die als ehemalige Mitarbeiter der
Deutschen Bank bzw. als ehemaliger Vorstandsdirektor der Bank
Austria ihre eigene Vergangenheit kontrollieren müssten. Mit dem für
die weitere Vorgangsweise ins Auge gefassten Linzer
Universitätsprofessor Meinhard Lukas verhalte sich dies auf Grund
seiner Nähe zur Raiffeisen Landesbank Oberösterreich nicht anders.
Kritische Haltung von Collatio erzeugt Gegendruck
"Es ist uns bewusst, dass wir mit offener Kritik nicht nur
Freunde gewinnen," betont Stich. Es sei verständlich, dass dies
Gegendruck erzeugen würde;. in diesem Fall von SPÖ Salzburg, Ithuba
und dem für die weitere Aufarbeitung ins Auge gefassten Linzer
Universitätsprofessor Meinhard Lukas. Collatio hat bereits wiederholt
kritisiert, dass bei Lukas ebenfalls ein Interessenskonflikt auf
Grund eines Naheverhältnisses zur Raiffeisen Landesbank
Oberösterreich vorliege.
"Wir werden uns dadurch nicht beirren lassen und unverändert die
Interessenkonflikte sowie das dahinter stehende System, das auch bei
anderen vergleichbaren Fällen vorherrscht, aufzeigen," stellte Stich
fest.
Collatio hat im Fall Salzburg Fachwissen allen kostenlos zur Verfügung gestellt
Collatio hat in der Salzburger Finanzaffäre sein Fachwissen zur
Verfügung gestellt. Es gab zwischenzeitlich von allen Parteien (mit
Ausnahme FPÖ) Anfragen, bei denen man gerne Hilfestellung geleistet
hat. Bei allen Kontakten wurde von vornherein klargestellt, dass der
Input kostenlos ist. Das Interesse an einem Auftrag halte sich in
Grenzen, da Argumentationslinien zur Durchsetzung von Ansprüchen
gegenüber Banken begrenzt sind, meint Stich. Einzig hinsichtlich der
Erträge der Bank könnte es einen Anknüpfungspunkt geben.
Ein weiterer Grund für das geringe Interesse von Collatio an einem
Auftrag vom Land Salzburg sei auch auf den Eindruck zurückzuführen,
dass auf Grund der parteipolitischen Auseinandersetzungen die
Sachargumente eher hintangestellt sind.
Anfrage von Prof. Lukas
Anfragen für eine Angebotslegung gab es vergangene Woche Montag
den 15.01. Der Linzer Universitätsprofessor Meinhard Lukas wandte
sich an einen im Naheverhältnis von Collatio stehenden Spezialisten.
Lukas lobte dessen Expertise und stellte einen Auftrag in Aussicht,
sofern die Medienarbeit in seine- Lukas- Hände gelegt würde.
Da Arbeits- und Sichtweise von Prof. Lukas seit seinem
unglücklichen Vorgehen für die Stadt Linz extrem negativ gesehen
werde, bestehe kein Interesse an einer Zusammenarbeit, betonte Stich.
Auch vertritt Stich die Ansicht, dass Aufträge öffentlich
ausgeschrieben werden müssten um Transparenz zu gewährleisten.
Damit führen sich gestreute Gerüchte ad absurdum, wonach Collatio
Druck ausübe, um an einen Beratungsauftrag des Landes zu kommen.
Ähnliche Gerüchte gegen die Beratungsplattform Finanzbuddha haben
sich ebenfalls als Ente herausgestellt. Auch der gerichtlich
beeidete Sachverständige für Derivate, Sascha Stadnikow, der mit
Collatio eng zusammenarbeite, sei trotz zahlreicher Anfragen in
keinem Auftragsverhältnis im Fall Salzburg. Angesichts seiner
konsequenten Haltung sei damit auch nicht zu rechnen.
Grundvoraussetzung für eine Angebotslegung von Collatio ist immer
der ausdrückliche Wille, den Sachverhalt tatsächlich auch klären zu
wollen.
Methode "Haltet den Dieb"
Es sei in der Salzburger SPÖ offenbar üblich nach der Methode
"Haltet den Dieb", die Schuldfrage auf Personen zu lenken, die der
Vorgehensweise der Partei kritisch gegenüber stünden. "Vielleicht ist
auch noch das Wetter nach einer Verschwörung des Lawinenwarndienstes
schuld, sollte Herr Brenner und seine Presseleute in Österreich
keinen anderen Schuldigen mehr finden," meint Rainer Stich.
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