Unterlagen von Profil und Standard über Spekulationsverluste des Landes Salzburg zeigen: Wirtschaftliche Verantwortung konzentriert sich auf Ressortchef und Finanzbeirat

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Unterlagen von Profil und Standard über Spekulationsverluste des Landes Salzburg zeigen: Wirtschaftliche Verantwortung konzentriert sich auf Ressortchef und Finanzbeirat



Geht es nach den internen Unterlagen, die in den vergangenen Tagen von Standard und Profil veröffentlicht wurden, konzentriere sich zusehends die wirtschaftliche Verantwortung für die Spekulationsgeschäfte des Landes Salzburg auf den Finanzbeirat und Ressortchef Finanzlandesrat David Brenner, stellt der auf Derivate spezialisierte Experte, Gerald Zmuegg, von der Beratungsplattform Finanzbuddha fest. Aus den Unterlagen zeige sich darüberhinaus deutlich, dass auf Grund der Reportings mit täglicher Bewertung die Klagschancen gegen die involvierten Banken eher gering einzuschätzen sind, betont der Experte.

Profil und Standard haben in den vergangenen Tagen Protokolle des Finanzbeirates aus den Jahren 2008 und 2009 veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass es bereits 2007 zu Beginn der Finanzkrise zu enormen Verlusten in Höhe von mehr als 92 Millionen Euro aus den Spekulationsgeschäften gekommen sei, die bis März 2008 auf rund 132 Millionen Euro angewachsen seien. Laut Standard wurden im Juni des gleichen Jahres die sechs risikoreichsten Derivate extra ausgewiesen und bewertet. In dem Protokoll des Finanzbeirats, das vom Standard veröffentlicht wurde, sind Währungstauschgeschäfte u. a. in Schweizer Franken, neuseeländischen und australischen Dollar und Yen ausgewiesen.

Weiters geht aus den veröffentlichten Protokollen hervor, dass der Finanzbeirat Richtlinien erlassen hätte, wonach "alle offenen Positionen zu schließen" seien, wenn das sogenannte "Optimierungsportfolio" einen Wert von 125 Millionen unterschreitet. Dies sei 2008 der Fall gewesen, die Portfolios wären jedoch nicht geschlossen worden. Laut Profil hätte ein Mitarbeiter der Deutschen Bank dem Finanzbeirat in dieser Zeit tägliche Portfoliowertveränderungen zur Verfügung gestellt.

Dem Finanzbeirat gehörten Hofrat Eduard Paulus, die externen Berater Utz Greiner und Lauri Karp sowie die Referatsleiterin Monika R. an. Berichte seien an Finanzreferent Landesrat Brenner ergangen, betonen Profil und Standard übereinstimmend.

Angesichts dieser Fakten sei es umso unverständlicher, dass die Leitung zur Aufklärung der Spekulationsgeschäfte des Landes jener Landesrat übernommen habe, der möglicherweise neben politischen auch persönliche rechtliche Konsequenzen zu befürchten habe, erklärt Finanzexperte Gerald Zmuegg.




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