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Industrie zu Arbeitsmarkt: Beschäftigung durch Senkung der Arbeitszusatzkosten fördern
IV-GS Neumayer: Mehr Flexibilität bei Arbeitszeitregelungen notwendig - Geplante Bildungsteilzeit positives Signal für Qualifizierung bei aufrechter Beschäftigung
Die Industrie sprach sich angesichts der aktuellen
Arbeitsmarktdaten nachdrücklich für die Umsetzung rascher
Optimierungsmaßnahmen zur Stärkung des österreichischen Industrie-
und Arbeitsstandorts aus. Die Ende Dezember in Begutachtung gegangene
Gesetzesnovelle zur Einführung einer Bildungsteilzeit sei vor diesem
Hintergrund erfreulich. "Gerade mit dem geplanten
Bildungsteilzeitmodell eröffnen sich für Arbeitgeber und Arbeitnehmer
neue Möglichkeiten, Qualifikationssteigerung und Beschäftigung
miteinander zu kombinieren." so der Generalsekretär der
Industriellenvereinigung (IV) Mag. Christoph Neumayer, heute,
Mittwoch. Positiv zu werten sei natürlich, dass Österreich im
Europavergleich nach wie vor die niedrigste Gesamtarbeitslosenquote
von 4,3 Prozent sowie die zweitniedrigste Jugendarbeitslosigkeit
hinter Deutschland aufweise, und es mit 3,47 Millionen unselbständig
Beschäftigten in Österreich noch nie zuvor so viele Arbeitsplätze
gegeben habe. Es sei jedoch auch deutlich darauf hinzuweisen, "dass
mit Jahreswechsel auch einige belastende Gesetzesneuerungen in Kraft
getreten sind".Â
Der IV-Generalsekretär wertete es "als völlig falsches Signal",
dass die Höchstbeitragsgrundlage außertourlich für das Jahr 2013
angehoben und zusätzlich gerade für ältere Arbeitnehmerinnen und
Arbeitnehmer die Arbeitszusatzkosten erhöht würden. "Es ist
kontraproduktiv, dass der Gesetzgeber anstelle der Attraktivierung
der Rahmenbedingungen für die Beschäftigung älterer Arbeitnehmerinnen
und Arbeitnehmer die Beschäftigungssicherung durch eine Erhöhung der
Arbeitszusatzkosten erschwert. Um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu
bleiben, benötigen Unternehmen mehr Flexibilität bei den
Arbeitszeitregelungen und eine Senkung der Arbeitszusatzkosten" so
Neumayer. Insbesondere in der Kohorte der 55- bis 64jährigen seien,
wie das Beispiel Deutschland zeige, "noch enorme Potenziale" zu
heben, diese Gruppe stelle das quantitativ bedeutendste
Wachstumspotenzial für das Arbeitskräfteangebot in Österreich in den
kommenden zehn Jahren dar. "Der Vergleich mit Deutschland bietet sich
an, da Österreich 2011 mit 42,9 Prozent die gleiche
Beschäftigungsquote bei den 55-64jährigen aufgewiesen hat wie
Deutschland im Jahr 2000. In Deutschland ist diese jedoch bis zum
Jahr 2011 auf 64 Prozent erhöht worden", so Neumayer. In Österreich
wäre demnach alleine durch vergleichbare Maßnahmen in dieser
Altersgruppe ein Einsparungspotenzial von über 7,4 Milliarden Euro
bis 2022 gegeben.
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