Internationale Insolvenzprognose 2012: Die Erholung setzt sich fort, wenn auch langsam
Europa ist nach wie vor im Banne der
Staatsschuldenkrise, während sich die USA langsam erholt. Auf
Wachstumskurs sind weiterhin die BRIC-Länder. Das alles wirkt sich
auf die internationale Insolvenzentwicklung aus.
2012 - ein Jahr voller Höhen und Tiefen. Die Erholung von 2011
setzt sich weiterhin fort, wenn auch etwas langsamer als in 2010.
Nach den neuesten Studien von Euler Hermes und PRISMA
Kreditversicherung dürfte die Weltwirtschaft 2012 um 2,6 % wachsen,
mit Ausnahme der Eurozone. Dort steht Rezession auf der Tagesordnung.
Die Sparpolitik in Ländern wie Italien, Griechenland und Spanien
ziehen die Nachbarländer in Mitleidenschaft. Erst 2013 wird die
Dynamik in allen Regionen wieder zunehmen. Das
Weltwirtschaftswachstum soll dann bei 3,1 % liegen.
"Der Rückgang der Insolvenzen war 2011 stärker als erwartet. Die
Zahl der Pleiten fiel statt den prognostizierten 3 % um 4 %",
bestätigt PRISMA Vorstand Ludwig Mertes. Während sich der
Abwärtstrend in Nordamerika und China 2012 fortsetzt, wird in den
restlichen Regionen mit einer Stabilisierung oder Zunahme gerechnet.
Weltweit wird 2012 ein Anstieg von 3 % erwartet. Besonders hohe
Insolvenzzahlen wird es im Süden Europas geben:
Italien +17 %, Spanien +20 %, Griechenland +25 % und Portugal +25 %.
Ausgewählte Länder im Überblick (nach Insolvenzanstieg 2012)
2011 2011 2012 2012
Italien 12.094 6,1% 14.150 17,0%
Frankreich 61.345 -3,1% 63.500 3,5%
Japan 12.734 -4,4% 12.900 1,3%
Österreich 5.869 -8,0% 5.869 0,0%
Deutschland 30.099 -5,9% 29.550 -1,8%
Großbritannien 30.237 3,9% 29.500 -2,4%
China 3.043 -18,1% 2.790 -8,3%
USA 47.806 -15,1% 42.860 -10,3%
Italien
Österreichs zweitwichtigster Handelspartner befindet sich seit
Ende 2011 in einer Rezession. Frühindikatoren lassen erwarten, dass
die Wirtschaft weiterhin schrumpft und sich gegen Ende 2012
stabilisiert. Der öffentliche und der private Konsum werden infolge
von Sparmaßnahmen zurückgehen. Einzig der Außenhandel wird die
Rezession abmildern. Ausgelöst durch die Schuldenkrise ist zudem mit
einer Zunahme der Unternehmenspleiten zu rechnen: Lagen die
Insolvenzzahlen 2011 noch bei 6 % wird ein Rekordwert von 17 %
prognostiziert - jeweils im Vergleich zum Vorjahr.
Frankreich
Die Insolvenzen nahmen in der ersten Jahreshälfte stark zu. Dieser
Trend dürfte weiterhin anhalten. Es wird mit einer Zunahme von 3,5 %
gerechnet. Im Fokus der Ratingagenturen stehen die ersten
Entscheidungen des neuen Präsidenten und das Programm der neuen
Regierung.
Japan
Mit den Wiederaufbauarbeiten nach der Katastrophe von Fukushima
ist 2012 ein kurzfristiger Aufschwung von +1,6 % verbunden, der dem
krisengeschüttelten Land gut tut. Bei den Insolvenzen ist mit einem
geringfügigen Anstieg von 1,3 % zu rechnen.
Deutschland
Nach einem fast zweijährigen Aufschwung befindet sich Deutschlands
Wirtschaft in einer vorübergehenden Seitwärtsbewegung. 2012 wird die
Wirtschaft nur mit +0,9 % wachsen, 2013 rechnen die PRISMA-Experten
wieder mit +1,7 %.
Der Außenhandel hatte im letzten Quartal 2011 unter den negativen
Entwicklungen der Eurozone gelitten. Er sollte sich mittelfristig in
bescheidenem Umfang erholen. Auch der private Konsum wird weiterhin
zulegen und Deutschlands Unternehmen sind als gesund einzustufen.
Neben Großbritannien ist Deutschland das einzige Land in Westeuropa,
wo es weniger Unternehmenspleiten geben wird.
Großbritannien
Großbritannien kommt was die Pleitestatistik betrifft 2012 gut
davon (-2,4 %), jedoch darf das nicht darüber hinweg täuschen, dass
Wachstumsbremsen wie Schuldenabbau und Budgetkürzungen Realität sind
und auch die schwache Nachfrage aus der Eurozone die Performance des
Exportsektors beeinträchtigt.
China
Chinas Wirtschaftsleistung wird voraussichtlich 2012 um 8 %
wachsen, 2011 waren es noch 9,2 %. Für 2013 rechnen die
PRISMA-Experten mit einem Anstieg um 8,5 %. Bei den Insolvenzen freut
man sich über einen deutlichen Rückgang von -8,3 %. Zu beobachten
bleibt die Entwicklung der Exportnachfrage und der Immobilienmarkt.
USA
Die Insolvenzzahlen in den USA waren besser als erwartet. Sie
fielen statt der prognostizierten 12 % sogar um 15 %. In 2012 ist mit
einem weiteren Rückgang von 10,3 % zu rechnen. Insgesamt ist die
Erholung in den USA aber in gewisser Weise unsicher, da die Schaffung
von Arbeitsplätzen vernachlässigt wurde und der private Konsum
Sorgenkind Nr. 1 bleibt.
Österreich
Während die Zahl der Unternehmensinsolvenzen 2011 in Österreich um
8 % auf 5.689 zurückgegangen ist, wird das Niveau des
Insolvenzgeschehens 2012 auf dem des Vorjahrs bleiben. Die Experten
rechnen in diesem Jahr mit einer Konjunkturdelle und erwarten 2013
eine Beschleunigung des Wachstums.
PRISMA Kreditversicherungs-AG wurde 1989 gegründet. PRISMA ist zu
100 % Tochter der OeKB EH Beteiligungs- und Management AG. Die
Oesterreichische Kontrollbank AG hält 51 % der Managementholding, 49
% hält die Euler Hermes Kreditversicherungs-AG, Hamburg. Die Euler
Hermes Gruppe, mit Sitz in Paris, ist Weltmarktführer in der
Kreditversicherung und gehört zum Allianz-Konzern. PRISMA ist
Marktführer in Österreich.