Stärkster Wachstumsrückgang in der Eurozone seit Mitte 2009

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Stärkster Wachstumsrückgang in der Eurozone seit Mitte 2009



Die Eurozone-Privatwirtschaft verzeichnete im Mai den stärksten Wachstumsrückgang seit Juni 2009. Dies zeigt der Markit Flash Eurozone Composite Index Produktion, der gegenüber April 0.8 Punkte auf 45.9 sank und damit zum achten Mal innerhalb der letzten neun Monate unter der Wachstums-marke von 50 Punkten notiert.

Im Service-Sektor sackte der Index Geschäfts-tätigkeit auf ein 7-Monatstief (und damit auf den zweitniedrigsten Wert seit 34 Monaten), die Industrieproduktion wurde so stark zurückgefahren wie zuletzt im Juni 2009. Die Industrie schnitt schlechter ab als der Service-Sektor.

Deutschland verzeichnete erstmals seit letztem November wieder marginale Wachstumseinbußen, hier notiert der Composite-Index allerdings erst das zweite Mal seit Juli 2009 unter der neutralen Marke von 50 Punkten. In Frankreich beschleunigte sich die Talfahrt hingegen, hier schrumpfte die Wirtschaftsleistung so stark wie zuletzt im April 2009. Außerhalb der beiden Schwergewichtsländer setzte sich die Rezession fort, hier kennzeichnete der Durchschnittsindex die stärkste Schrumpfung seit Juni 2009.

Die 10. Verluste beim Auftragseingang in Folge fielen so hoch aus wie seit Juni 2009 nicht mehr. Auch hier schnitt die Industrie erneut schlechter ab als der Service-Sektor. In Frankreich schlug ein höheres Minus zu Buche als in Deutschland, noch stärker bergab ging es beim Neugeschäft jedoch im Durchschnitt außerhalb dieser beiden Länder.

Infolge der hartnäckigen Auftragsflaute nahmen auch die Auftragsbestände im Mai ein weiteres Mal ab, der entsprechende Index landete nahe bei seinem 33-Monatstief von April. In beiden Sektoren sanken die Auftragspolster ungefähr gleich stark. In Deutschland und Frankreich fiel der Rückgang jeweils weniger gravierend aus als in den übrigen Ländern.

Der fünfte Jobabbau in Folge war zwar erneut nur moderat, der entsprechende Index landete jedoch nahe bei seinem 26-Monatstief von April. In Deutschland kam es per Saldo wieder zu einem geringfügigen Plus, in Frankreich wurden hingegen zum dritten Mal hintereinander per Saldo Stellen gestrichen, und außerhalb dieser beiden Länder ging es mit der Beschäftigung im Durchschnitt zum zwölften Mal bergab.

Der Anstieg der Einkaufspreise verlangsamte sich im Mai auf ein vorläufiges Jahrestief, was vor allem an dem abgeschwächten Preisauftrieb in der Industrie infolge der nachlassenden Nachfrage und der daraus resultierenden Verbilligung zahlreicher Rohstoffe und Vormaterialien lag.

Aufgrund des scharfen Wettbewerbs und der Nachfrageflaute sanken die Verkaufspreise insgesamt zum zweiten Mal hintereinander leicht. Dabei kontrastierte eine leichte Anhebung in der Industrie mit einer geringfügigen Reduzierung im Service-Sektor. Die deutschen Dienstleister hoben ihre Angebotspreise sogar deutlich stärker an als im April.

Die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist fielen im Service-Sektor wieder etwas optimistischer aus als im April, im Vergleich zu den Werten von vor der Finanzkrise blieb der Ausblick jedoch erneut verhalten.

Chris Williamson, Chief Economist bei Markit, kommentiert den aktuellen Eurozone Flash-EMI:

“Aufgrund des stärksten Rückgangs bei Geschäftstätigkeit und Auftragseingang seit knapp drei Jahren ist die Eurozone unserer Vorabschätzung zufolge im Mai noch tiefer in die Rezession abgerutscht.

Da der beschleunigte Abwärtstrend in den Peripherie-Ländern sowohl Frankreich als auch Deutschland immer stärker in Mitleidenschaft zieht, dürfte das Eurozone-BIP im zweiten Quartal 2012 unseren Berechnungen zufolge um mindestens 0.5% zurückgehen.

Frankreich steckt in der tiefsten Krise seit drei Jahren, auch hier deutet unsere erste Schätzung auf einen BIP-Rückgang in Q2/2012 von mindestens 0.5% hin. Sollte sich die Lage im Juni weiter verschlechtern, läuft sogar Deutschland Gefahr, im zweiten Quartal leicht zu schrumpfen.

Der Inflationsdruck hat sich abgeschwächt, was allerdings auf Preisnachlässe infolge der Nachfrageschwäche zurückzuführen war. Da die Unternehmensgewinne folglich verstärkt unter Druck geraten werden, konzentrieren sich die Firmen weiter auf Stellenstreichungen. Trotz des gegenüber April leicht verlangsamten Jobabbaus gingen im Mai per Saldo so viele Arbeitsplätze verloren wie seit Anfang 2010 nicht mehr.“




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