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Die ersten drei Quartale 2001
Insgesamt hat sich die wirtschaftliche Lage des Unternehmens stabilisiert. Die Planzahlen konnten erreicht bzw. in einigen Monaten sogar übertroffen werden. Es ist somit eine Zäsur gelungen – auch wenn der Turn around noch einige Zeit auf sich warten lassen wird.
Geschäftsverlauf 3. Quartal (September bis November 2001)
Den Auftakt für das dritte Quartal (September bis November 2001) bildete das äußerst erfreuliche Schulgeschäft. Mittels gezielter Marketingaktionen sowie einem wieder umfassenden Sortiment gelang es, die – durch die Verunsicherung der letzten Monate – verlorenen Kunden zu einem großen Teil zurückzugewinnen. Insgesamt lagen die Umsätze in dieser Zeit um etwa 2% über den Werten des Vorjahres. Die Umsatzzuwächse im Schulanfangsgeschäft sowie die guten Spannen führten dazu, dass im September erstmals wieder ein positives Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit erzielt wurde.
Die Monate Oktober und November lagen umsatz- und ertragsmäßig über den Planwerten – waren aber im Ergebnis erwartungsgemäß noch negativ.
Im dritten Quartal wurden die geplanten Filialschließungen bis auf drei Standorte umgesetzt. Per Ende November 2001 waren 273 LIBRO- und AMADEUS-Outlets geöffnet; dies sind um 21 weniger als im Vorjahr. Die Verkaufsfläche sank gegenüber dem Vorjahr um 7,5% auf 126.515 m2. Auch die erforderlichen Personalmaßnahmen waren im November fast zur Gänze durchgeführt. Die Mitarbeiterzahl wurde auf 2.280 Personen gesenkt. Das sind um 669 weniger Beschäftigte als noch ein Jahr zuvor.
Bedingt durch die realisierten Filialschließungen wurden im 3. Quartal um rund 20% weniger umgesetzt als im Vorjahr. Dennoch war das EBITDA im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres – im Gegensatz zum ersten Halbjahr – nur mehr mit EUR 0,9 Mio (ATS 12,4 Mio) negativ. Gründe für diese erfreuliche ErtragsÂentwicklung waren die bereits gesetzten Rationalisierungsmaßnahmen sowie das erfolgreiche Kostenmanagement.
Entwicklung 1.-3. Quartal (März bis November 2001)
In den ersten drei Quartalen 2001/02 erzielte die LIBRO AG einen Umsatz von EUR 220,7 Mio (ATS 3.037,5 Mio). Im Vergleichszeitraum des Vorjahres wurden EUR 258,4 Mio (3.555,5 Mio) umgesetzt. Der Grund für den rund 15%igen Rückgang liegt einerseits im Umsatzeinbruch der Monate April bis Juli – dieser entstand insbesondere durch die mangelnde Liquidität und das dadurch reduzierte Angebot – andererseits aus den oben bereits ausgeführten Filialschließungen.
Per Ende November weist die LIBRO AG ein EBITDA von EUR minus 21,2 Mio (ATS minus 291,1 Mio) und ein EBIT von EUR minus 33,1 Mio (ATS minus 455,2 Mio) aus. Während im Vergleichszeitraum des Vorjahres das EBITDA noch bei EUR 8,9 Mio (ATS 122,4 Mio) lag, war das EBIT bereits mit EUR minus 3,1 Mio (ATS minus 42,0 Mio) negativ. Allerdings sind in den Vorjahreszahlen noch keine Auswirkungen aus den dann in der Bilanz 2000/01 erfolgten Abwertungen im Umlaufvermögen und Rückstellungsdotierungen enthalten.
Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr
Das letzte Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2001/02 (Dezember 2001 bis Februar 2002) ist sehr gut angelaufen. Vor allem das Weihnachtsgeschäft brachte den erwarteten Erfolg sowohl bei Umsatz als auch Ertrag. Mit Netto-Umsatzerlösen im Dezember von EUR 50,5 Mio (ATS 695,4), welche 1,3% über den Planwerten lagen, konnte ein EBIT von EUR 2,7 Mio (ATS 37,0 Mio) bzw. ein ROS von 5,3% erzielt werden. Gegenüber dem Vorjahr ist dies eine erhebliche Verbesserung der Ertragskraft: Im Dezember 2000 war das Betriebsergebnis um 6% niedriger – obwohl der Umsatz um 15% über dem heurigen Wert lag.
Auch im Januar 2002 konnten die geplanten Umsätze erreicht werden und für Februar sind Umsätze auf Plan prognostiziert. Beide Monate werden aber saisonbedingt ertragsmäßig negativ abschließen. Das Angebot der LIBRO-Filialen wurde in der Zwischenzeit bereinigt und auf die 4 Kernbereiche – Buch, Musik, Papier und Video sowie DVD – konzentriert.
Im Januar wurde die zweite Tranche (3,5%) der ersten Ausgleichsquote von 7,5% bezahlt.
Der Vorstand wird den von Andreas Staribacher vorgelegten Sonderprüfbericht in der nächsten ordentlichen Hauptversammlung, in welcher auch der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2000/01 behandelt wird, präsentieren.
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