Zahlen zum 1. Quartal 2009/10 fielen deutlich besser aus als erwartet
Die von der Immoeast vorgelegten Zahlen zum 1. Quartal 2009/10 fielen deutlich besser aus
als erwartet. Das Ergebnis nach Steuern drehte nach einigen negativen Quartalen ins Plus und
kam bei EUR 108,2 Mio. zu liegen. Grund hierfür war neben einem ausgeglichenen
Bewertungsergebnis von EUR 7,3 Mio. eine beinahe Verdreifachung des operativen
Ergebnisses (EBITDA) auf EUR 97,9 Mio. Zwar war das Bewertungsergebnis bei bestehenden
Immobilien insbesondere aufgrund von Währungseffekten mit EUR -124,0 Mio. erneut negativ,
dieses wurde jedoch durch Aufwertungen bei Entwicklungsprojekten in Höhe von EUR 102,1
Mio. kompensiert (Änderung der Bestimmungen des IAS 40). Der starke Anstieg beim
operativen Ergebnis war zwar zu einem wesentlichen Teil auf die Erstkonsolidierung der
Immoaustria zurückzuführen, aber auch das um diesen Faktor bereinigte EBITDA konnte
deutlich zulegen (+73% ggü. 1Q08/09), was neben Einsparungen auf der Kostenseite auch auf
Immobilienverkäufe zurückzuführen war. Insgesamt geht der Vorstand der
Immoeast/Immofinanz von einem Kosteneinsparungspotenzial von rd. EUR 50 Mio. auf
Gruppenebene aus. Weitere negative Anpassungen im Portfolio können zwar nicht
ausgeschlossen werden, der Vorstand gab sich jedoch zuversichtlich, im Geschäftsjahr
2009/10 ein positives Ergebnis erreichen zu können. Aufgrund des positiven
Quartalsergebnisses erhöhte sich der NAV pro Aktie ggü. dem Vorquartal leicht um rd. 2,3%
auf EUR 7,25.
Keine deutliche Verschlechterung des Marktumfeldes vorausgesetzt, gehen wir davon aus,
dass die negativen Wertanpassungen in den nächsten Quartalen rückläufig sein sollten und
durch Kosteneinsparungen und vereinzelte Verkäufe abgefangen werden können. Wir gehen
somit wie auch der Vorstand der Immoeast von einem positiven Jahresergebnis aus, womit
auch der Boden beim NAV mehr oder weiniger erreicht sein sollte.
Neben der Präsentation der Quartalszahlen hat sich der Vorstand der Immoeast während der
Pressekonferenz auch zum aktuellen stand des Restrukturierungsprozesses geäußert. Das
Hauptaugenmerk liegt nach wie vor auf Liquidität und operativem Cashflow. Neben
Kosteneinsparungen soll vor allem der Verkauf von Immobilien insbesondere in Rumänien und
Russland frisches Kapital in die Kassen spülen und zur Optimierung des Portfolios beitragen.
Dieses könnte wiederum verwendet werden, um derzeit stillgelegte Entwicklungsprojekte
sukzessive zu reaktiveren. Die Verhandlungen bzgl. der Internalisierung der
Managementverträge gestalten sich nach wie vor schwierig, ebenso wie der Vergleich mit der
Constantia Packaging BV hinsichtlich des IBAG Bonds. Weiters wurden weitere Details zur
BUWOG-Affäre bekannt. Lt. Hr. Zehetner wurden die Provisionszahlungen von der CPB
Corporate Finance Consulting an die Immoeast Beteiligungs GmbH weiterverrechnet obwohl
diese in die Transaktion nicht involviert war. Damit erhöhen sich die Forderungen der
Immofinanz Gruppe gegen die Constantia Privatbank weiter, insgesamt geht der Vorstand von
einer Forderung von rd. EUR 250 Mio. aus. Hr. Zehetner hat weiters sein Bestreben bekräftigt,
Immoeast und Immofinanz zu fusionieren. Das Austauschverhältnis sollte sich seiner Meinung
nach an den NAVs der Gesellschaften orientieren.
Auf Basis des besser als erwarteten Quartalsergebnisses bleiben wir bei unserer positiven
Einschätzung für die Aktie der Immoeast, werden jedoch unser Modell in den nächsten Tagen
überarbeiten, da unser Kursziel von EUR 4,2 nahezu erreicht ist.