Spielen am virtuellen Pokertisch: Ergebnisse der weltweit ersten epidemiologischen Studie über Online-Poker Spielverhalten
Die Ergebnisse der weltweit ersten epidemiologischen
Studie über das Online-Poker Spielverhalten liegen vor. Dabei wurde
ein umfangreiches Sample von 3.445 Online-Pokerspielern über die
Dauer von zwei Jahren untersucht. Durchgeführt wurde die Studie von
der Division on Addictions, Cambridge Health Alliance, ein Harvard
Medical School Teaching Affiliate. Diese Zusammenarbeit erfolgte im
Rahmen der langjährigen Partnerschaft mit bwin, dem weltweit
führenden Online-Gaming-Anbieter.
Die Partnerschaft zwischen bwin und der Division on Addictions
wurde im Jahr 2005 mit dem Ziel gegründet, eine wissenschaftliche
Basis zur Beurteilung von auffälligem Spielverhalten und dessen
Konsequenzen für verantwortungsvolles Spielen zu schaffen. Zwei
wesentliche Erkenntnisse, die sich aus der Forschungsinitiative
abzeichnen, sind:
1) Der Mythos, dass Online-Gaming eine starke Verführungskraft
besitzt, wurde empirisch widerlegt. Online-Gaming weist kein
höheres Problempotenzial als Offline-Gaming auf.
2) Maßnahmen im Bereich Responsible Gaming zeigen Wirkung.
Die aktuelle Forschungsarbeit, die das Verhalten von
Online-Pokerspielern über den Zeitraum von zwei Jahren untersuchte,
ist die weltweit größte Longitudinalstudie und die erste
epidemiologische Studie ihrer Art.
Spielerverhalten ist rational
"Diese Forschungsarbeit förderte weitere Beweise zu Tage, die
unsere früheren Untersuchungen untermauern, nämlich, dass die meisten
User, die im Internet spielen, ein gemäßigtes Spielverhalten haben.
Korrelationsanalysen zeigten, dass sich bei höheren Verlusten die
Dauer und Anzahl der Spielsitzungen sowie die insgesamt gesetzten
Beträge verringerten, was darauf hinweist, dass die Spieler ihr
Verhalten entsprechend ihren Gewinnen und Verlusten anpassten und
damit "rationales" Wettverhalten an den Tag legten", erklärt Howard
Shaffer, PH.D., Associate Professor, Harvard Medical School, Director
der Division on Addictions, Cambridge Health Alliance, ein Teaching
Affiliate der Harvard Medical School.
- Das Durchschnittsalter des Samples betrug 27,9 Jahre, und fast 95
% davon waren Männer. Der typische User war seit rund
sechseinhalb Monaten aktiver Pokerspieler und nahm im
Durchschnitt alle drei Tage an einer Pokersitzung teil. Gesetzt
wurden im Schnitt 13 Euro pro Sitzung und die Durchschnittskosten
des Pokerspiels betrugen 1,80 Euro pro Sitzung.
- Das Spielverhalten der aktivsten Pokerspieler zeigte, dass diese
Gruppe, die 5 % aller Spieler ausmachte, 18,5 Monate lang aktiv
war und an zehn Pokersitzungen pro Woche teilnahm.
- Diese Untergruppe von 5 % verzeichnete einen geringeren
Prozentsatz an Verlusten als die Mehrheit des Samples, was darauf
hindeutet, dass Können ein Faktor beim Pokerspiel ist und Spieler
in der Lage sind, ihre Leistung zu verbessern, was bei reinem
Glücksspiel nicht der Fall wäre.
- Bei der Untersuchung der aktivsten Spieler, die mehr Zeit und
Geld in ihr Spiel investierten, fand die Studie heraus, dass auch
diese User genau wie der Rest des Samples die Kosten pro Sitzung
und den Gesamteinsatz reduzierten, wenn ihr Verlust anstieg.
"Im Zuge unserer Bemühungen, Mutmaßungen durch wissenschaftliche
Belege zu ersetzen, bringt uns diese Studie einen großen Schritt
näher an unser Ziel, das Verhalten von Online-Pokerspielern zu
verstehen. Letztendlich möchten wir Algorithmen entwickeln, die in
der Lage sind, Verhaltens- oder Risikomuster zu erkennen, die in
Verbindung mit Spielproblemen auftreten", erklärt Manfred Bodner,
Co-CEO von bwin.
Die Studie wird in Kürze im Journal Computers in Human Behavior
veröffentlicht.
Für weitere Informationen über die Studie besuchen Sie bitte
www.divisiononaddictions.org