EANS-Adhoc: CHRIST WATER TECHNOLOGY AG / CHRIST beendet Finanzjahr 2008 mit Bereinigung von schädlichen Altprojekten und Restrukturierungen und fällt strategische Entscheidungen
• Umsatz +10% auf 307,0 Mio. EUR (nach 278,2 Mio. EUR)
• Auftragseingang 230,3 Mio. EUR (-29%)
• EBIT -18,4 Mio. EUR (nach +6,0 Mio. EUR)
• Operativer Cashflow +1,6 Mio. EUR (nach -15,6 Mio. EUR)
• CHRIST vor strategischer Allianz für die Division Food & Beverage
"Das Jahr 2008 stellte sich als ein Jahr mit Herausforderungen für die
CHRIST-Gruppe dar und endete mit einem unerwartet hohen Nettoverlust. Die
Neuausrichtung der Gruppe nach einer Periode des Wachstums und der Akquisitionen
beinhaltete den klaren Fokus auf Profitabilität und Cashflow als auch die
Reduktion von Risiko und Komplexität," kommentiert Malek Salamor, CEO der Christ
Water Technology Group.
Basierend auf einem hohen Auftragsstand und der Konsolidierung der Zeta-Gruppe
stieg der Umsatz um 10% auf 307,0 Mio. EUR (Vorjahr: 278,2 Mio. EUR).
Der Auftragseingang lag mit 230,3 Mio. EUR um 29% unter dem Rekordjahr 2007, in
dem ein Großprojekt in der Meerwasserentsalzung gebucht wurde. Der erstmalige
Einbezug des Biopharma-Geschäfts der Zeta hat den Auftragseingang der Pharma
Division um 90% erhöht während der beabsichtigte Rückzug aus Turnkey
Kraftwerksprojekten das Volumen der Ultrapure Water Division reduzierte. Der
Auftragsstand belief sich per 31. Dezember 2008 auf 151,8 Mio. EUR.
Das Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Ertragssteuern (EBITDA) war mit -7,2
Mio. EUR negativ nach +9,7 Mio. EUR im Vorjahr. Die Fertigstellung einiger
Kraftwerksprojekte, welche auf Turnkey-Basis zu Fixpreisen in der Vergangenheit
verkauft wurden, sowie von negativen oder inaktiven Projekten in der Food &
Beverage Division haben zu umfangreichen Verlusten insbesondere durch verzögerte
Projektabwicklungszeiträume und Kostenüberschreitungen bei den Materialkosten
und Fremdleistungen geführt. Der Negativeinfluss dieser schädlichen Projekte auf
das EBIT beläuft sich auf 16,5 Millionen EUR im Jahr 2008.
Der Transformationsprozess beinhaltete die Schließung und die Redimensionierung
unprofitabler Unternehmen bzw. Geschäftsaktivitäten und belastete die Gruppe
mit einem Zusatzaufwand von 4,1 Millionen EUR. Die Erhöhung der Abschreibung von
3,7 Mio. EUR im Jahr 2007 auf 11,2 Mio. EUR beinhaltet Impairments von
Firmenwerten (z.B. für Joint Ventures) und immateriellen Vermögenswerten in Höhe
von 5,0 Mio. EUR. Folglich lag das EBIT bei -18,4 Mio. EUR nach +6,0 Mio. EUR im
Jahr 2007. Bereinigt um die erwähnten Sondereffekte von rund 24,6 Mio. EUR -
inklusive sonstiger positiver und negativer Einmaleffekte von netto +1,0 Mio.
EUR - resultiert ein "normalisiertes" EBIT von 6,2 Millionen EUR.
Das Nettoergebnis von -27,5 Mio. EUR (Vorjahr: +1,7 Mio. EUR) beinhaltet weiters
die Abschreibungen von Steuerlatenzen in der Höhe von 3,4 Mio. EUR als Folge
der negativen Entwicklung in unprofitablen und zu restrukturierenden
Gruppengesellschaften.
Ein positives Signal kommt aus dem Bereich der Liquidität. Nach Jahren negativer
Cashflow-Entwicklungen konnte der operative Cashflow mit +1,6 Mio. EUR ins Plus
gedreht werden (2007: -15,6 Mio. EUR). Der Cashflow aus der
Investitionstätigkeit belief sich auf -5,7 Mio. EUR (2007: -7,8 Mio. EUR) und
beinhaltete Sachanlageinvestitionen von 5,0 Mio. EUR.
Die Finanzverbindlichkeiten der CHRIST-Gruppe lagen per 31. Dezember 2008 bei
73,9 Mio. EUR, wovon 50 Mio. EUR aus einer Unternehmensanleihe mit einer
Laufzeit bis 2013 und einem Kupon von 5,25% stammen. Die Nettoposition inklusive
liquide Mittel ergab eine Nettoverschuldung von EUR 54,7 Mio. (2007: 42,2 Mio.
EUR inklusive verzinslicher Finanzforderungen).
Durch den Periodenverlust sank das Eigenkapital per 31. Dezember 2008 auf 37,0
Mio. EUR (das entspricht einer Eigenkapitalquote von 16%) nach 63,8 Mio. EUR
oder 27,7% im Vorjahr. Das Gearing als Verhältnis von Nettoverschuldung zu
Eigenkapital zeigt eine Erhöhung von 66% auf 148%. Die bedeutenden Kreditlinien
wurden kürzlich neu ausverhandelt.
Ausblick
"Wir haben unsere Flexibilität und Effizienz in den letzten Monaten deutlich
erhöht und erfolgreich unser Transformationskonzept umgesetzt, das wir im
September 2008 begonnen hatten. Die Anzahl der Mitarbeiter wurde dabei um 15%
reduziert und durch die anhaltende Reduktion der Komplexität haben wir rund 10
Mio. EUR an Kosten gespart. Unser Ziel ist die Rückkehr zur Profitabilität trotz
des derzeitigen gesamtwirtschaftlichen Abschwungs," sagt Malek Salamor,
Vorstandsvorsitzender der Christ Water Technology Group.
"Zur Beschleunigung des Prozesses der Refokussierung der Gruppe und um der
Gruppenfirma Van der Molen eine nachhaltige künftige Entwicklung im Markt der
Prozesstechnologie für die Getränkeindustrie zu ermöglichen, haben wir die
Entscheidung getroffen, eine strategische Allianz in der Food & Beverage
Division einzugehen. In diesem Kontext wurden auch zwei italienische
Konzernfirmen mit Wirkung vom 1. Januar 2009 an lokale Geschäftspartner
verkauft. Neben guten Projektaktivitäten in der Pharmaindustrie gibt es auch
positive Zeichen im Bereich der öffentlichen bzw. kommunalen Infrastruktur- und
Versorgerprojekte einschließlich Wasseraufbereitung und Entsalzung. Mit einem
der größten jemals in Südafrika vergebenen, ca. 60 Mio. EUR großen
Wasseraufbereitungs-Auftrag an der Spitze können wir einen soliden
Auftragseingang im ersten Quartal 2009 von fast 90 Mio. EUR (Q1 2008: 69 Mio.
EUR) berichten. Dennoch ist eine Ergebnisprognose für 2009 derzeit sehr schwer
möglich, da die Gesundung der Weltwirtschaft noch nicht absehbar ist. Basierend
auf den korrigierten Negativentwicklungen der Vorperioden und des
vorherrschenden Marktumfeldes erwarten wir einen entsprechenden Rückgang im
Umsatz. Aufgrund der verbesserten Kostenstruktur und des bereinigten
Projektumfeldes ist die Basis für ein positives Nettoergebnis geschaffen."
Der Geschäftsbericht und Jahresfinanzbericht 2008 steht ab 30. April 2009 auf
der Homepage
www.christwater.com zur Verfügung.
Rückfragehinweis:
Christ Water Technology AG
Mag. Ralf Burchert
ralf.burchert@christwater.at
Tel.: 06232/5011-1113
Ende der Mitteilung euro adhoc
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