Erste Bank sieht Umtauchangebot für Wandelanleihen gemischt
Wie bereits im Vorfeld von den Medien kolportiert, gab die Immofinanz Anfang
dieser Woche ein Umtauchangebot für Anleihenbesitzer bekannt. Wie der Aussendung zu
entnehmen ist soll das Umtauchverhältnis 5:2 (plus 5% in Cash) betragen, wodurch sich die
Anleihenverbindlichkeiten bei vollständiger Annahme von EUR 1,5 Mrd. auf EUR 600 Mio.
reduzieren und die Eigenkapitalbasis der Gesellschaft gestärkt würde. Neben
bilanztechnischen Gründen führen wir das Angebot der Immofinanz auf das aktuell niedrige
Kursniveau der Wandelanleihen zurück. Neben einem höheren Kupon von 7% lockt das
Umtauschangebot mit einer kürzeren Laufzeit (2011), geringerem Wandlungskurs (EUR 2 vs.
EUR 9 und EUR 14) und einer Garantie durch das Tochterunternehmen Immoeast.
Bei genauerer Betrachtung legt sich die anfängliche Euphorie etwas. Die „alten“
Wandelschuldverschreibungen weisen zwar Laufzeiten bis 2014 bzw. 2017 auf, können jedoch
von Investorenseite bereits 2012 gekündigt werden. Bezieht man den höheren Kupon auf das
um 60% geringere Nominale jedoch auf die ursprünglichen 100%, ergibt sich eine Verzinsung
von rd. 2,8%, die nur geringfügig über den Kupons der bestehenden Anleihen (1,25% bzw.
2,75%) liegt. Attraktiv bleiben der deutlich niedrigere Wandlungspreis und die Garantie durch
die Immoeast.
Aus Sicht der Immoeast sehen wir die abgegeben Garantie eher kritisch, wenngleich dadurch
bestehende Forderungen gegenüber Immofinanz und ihre Tochtergesellschaften abgesichert
werden sollen. Aufgrund der nach wie vor starken Verflechtungen innerhalb der Gruppe und
der geringen Transparenz erachten wir die Aktie von Immoeast als riskant und bleiben bei
unserer Halten Empfehlung. Die Aktie der Immofinanz wird von uns derzeit nicht gecovert.