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Österreichische Banken machen Kreditentscheidungen transparenter
Ab sofort Austausch von Jahresabschlussdaten und
Bonitätsinformationen zwischen Unternehmen, Banken und
Wirtschaftstreuhändern elektronisch möglich
Seit heuer haben österreichische Unternehmen die
Möglichkeit, Jahresabschlussdaten über ihre Wirtschaftstreuhänder
elektronisch an Banken zu übermitteln. Die Kreditinstitute stellen im
Gegenzug Auswertungen und Kennzahlen zur Bilanz zur Verfügung, die
Bonitätsbeurteilungen und Bilanzratings transparenter machen.
Ermöglicht wird dies durch einen neuen Service der Oesterreichischen
Kontrollbank (OeKB).
Mit dem von der OeKB entwickelten Bilanz Transfer System können
Bilanzdaten und andere bonitätsrelevante Unterlagen im
standardisierten XML-Format an die teilnehmenden Banken gesandt
werden. Diese bearbeiten die angelieferten Daten umgehend und liefern
Informationen über das errechnete Bilanzrating zurück. Gleichzeitig
werden Eckdaten aus der Auswertung des Jahresabschlusses an die
Wirtschaftstreuhänder elektronisch übermittelt. So wird transparent,
wie das angesprochene Kreditinstitut die wesentlichen
Jahresabschlussposten in ihrem bankeigenen Analysesystem zuordnet.
Die Wirtschaftstreuhänder können ihren Klienten damit im
Beratungsgespräch wichtige Anhaltspunkte zur Bonitätsbeurteilung zu
liefern.
Bei der Entwicklung des Bilanz Transfer Systems wurde darauf
geachtet, bestehende Prozesse und Abläufe zu nutzen und bestmöglich
zu unterstützen. Daher waren in der Entwicklungsphase neben
österreichischen Kreditinstituten auch die Kammer der
Wirtschaftstreuhänder und Bilanzierungssoftware-Hersteller
eingebunden. Die Struktur der übermittelten Daten sowie die
Technologie der elektronischen Übermittlung, orientieren sich an den
Vorgaben zum Datentransfer an das Firmenbuch. Gängige
Bilanzierungsprogramme (z.B. BMD, RZL, DVO) unterstützen die
Funktionen des Bilanz Transfer Systems direkt in ihren Systemen.
Federführend am Projekt beteiligt waren die Erste Bank der
oesterreichischen Sparkassen sowie die UniCredit Bank Austria AG.
Diese Institute bieten ihren Kunden die Möglichkeit zum
elektronischen Bilanzdatentransfer bereits seit Anfang 2009 an.
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