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FPÖ zu Bankenhilfspaket: Österreichische Steuergelder dürfen nicht in Ost-Geschäften versickern
FPÖ kritisiert fehlende Kontrolle durch Rechnungshof -
Nationalbank soll Kreditzahlen offen legen
Kritik übte heute der Landesparteiobmann der FPÖ
Oberösterreich und FPÖ-Finanzsprecher, NAbg. Lutz Weinzinger an den
Managern der österreichischen Großbanken. "Die Banker haben die einst
gute Struktur im heimischen Bankensektor durch ihr Verhalten
zerstört, vor allem bei den Investment- und Großbanken war die 'Gier'
nach Gewinnoptimierung sehr groß. Was passiert, wenn die
Osteuropa-Kredite - immerhin haben die österreichischen Banken 230
Milliarden Euro in Osteuropa ausständig - fällig werden?" Es ist für
den FP-Finanzsprecher nach wie vor "verantwortungslos, dass die
Koalitionsparteien den Banken ohne jegliche Kontrollmechanismen
einzubauen mit dem sogenannten Bankenhilfspaket Staatskredite
einräumen. Eine Kontrolle durch den Rechnungshof, was mit diesen
Millionen-Subventionen passiert, ist nicht vorgesehen."
Die FPÖ habe bereits wiederholte Male auf diese "gravierenden
Versäumnisse aufmerksam gemacht. Die Eigenmittel der Banken liegen
bei rund 170 Milliarden Euro, im Osten könnten fast die gesamten
Eigenmittel weg sein", so Weinzinger. "Mit dem Bankenhilfspaket
sollte sichergestellt werden, dass das Geld an die Realwirtschaft
geht", spricht sich Weinzinger für ein Ende der Spekulationsgeschäfte
aus. "Anders ist es in den USA: Wenn Banken saniert werden, darf der
Staat auch eingreifen und es darf keine Dividende für fünf Jahre
ausgeschüttet werden, somit wird die Bank verstaatlicht. Durch diese
Vorgehensweise wird zudem dafür gesorgt, dass die Steuerzahler
sozusagen selbst über ihr Geld bestimmen indem der Staat die Bank
kontrolliert", verweist Weinzinger darauf, "dass es international
offensichtlich Usus ist, dass der Staat Kontrollmechanismen einbaut,
nur in Österreich nicht."
Bereits jetzt sei klar, dass manche heimische Banken eine solide
Eigenkapitalausstattung brauchen, um eventuelle Probleme in Osteuropa
abzufangen. "Der Generaldirektor der Volksbanken AG hat dies ja
bereits angekündigt", sieht Weinzinger die Kritik der FPÖ bestätigt.
"Wenn jedoch die Banken weiterhin Geld horten und nicht in Form von
Krediten und Darlehen der heimischen Wirtschaft zur Verfügung
stellen, wird unser Wirtschaftssystem - das nun einmal auf
Kreditvergaben angewiesen ist - in seine sehr schwierige Situation
geraten, die eine Massenarbeitslosigkeit nach sich ziehen wird."
Für den FPÖ-Finanzsprecher werde durch die derzeitige Situation bzw.
das zutage getretene Verhalten der heimischen Bankinstitute
eindrucksvoll die Forderung der FPÖ nach Änderungen des
Bankenrettungspaketes bestätigt. "Im Nationalrat haben wir eine Reihe
von Anträgen eingebracht. Unter anderem fordert die FPÖ, dass jene
Banken, die das staatliche Bankenhilfspaket in Anspruch genommen
haben, verpflichtet werden, der heimischen Wirtschaft Kredite zur
Verfügung zu stellen. Denn das Geld der heimischen Steuerzahler darf
nicht in irgendwelchen Ost-Geschäften versickern", forderte
Weinzinger.
Abschließend verwies Weinzinger darauf, "dass der Stopp von
längerfristigen Krediten die Großbanken betrifft. Diese refinanzieren
sich überwiegend auf den Kapitalmärkten, wo die Krise derzeit lähmt.
Regionale und lokale Institute schöpfen ihre Finanzierungskraft
primär aus Spareinlagen und sonstigen Direkt-Einlegern. Diese Banken
haben ausreichend Liquidität und gerade in den letzten Wochen sehr
hohe Steigerungen im Kreditvolumen an Private und Klein- und
Mittelbetriebe. Die Österreichische Nationalbank ist aufgefordert,
die Kreditzahlen bekannt zu geben."
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