Erste Bank erwartet, daß der Barabfindungspreis bei rund EUR 73-75 pro Aktie liegen wird
Die voestalpine hat bekanntgegeben, dass sie durch Zukäufe bei Böhler-Uddeholm
die Stimmrechtsschwelle von 90% überschritten hat und jetzt die erforderlichen
Schritte für ein Squeeze-out Verfahren nach dem Gesellschafterausschluss-Gesetz
bei der Böhler-Uddeholm AG einleiten wird. Alle Zukäufe fanden zu Preisen unter
EUR 73 pro Aktie statt. Die nächsten (wichtigsten) Schritte sollten unserer Ansicht
sein, dass die voestalpine gemeinsam mit dem Management der Böhler-Uddeholm
bis spätestens 23. Mai einen Bericht über den geplanten Ausschluss inklusive dem
Barabfindungsangebot an die Minderheitsaktionäre veröffentlichen wird. Die Richtigkeit
des Berichts und die Angemessenheit der Barabfindung werden von einem
sachverständigen Prüfer geprüft, dessen Bericht ebenfalls bis 23. Mai veröffentlicht
werden sollte.
Am 23.6.2008 soll dann in der ordentlichen Hauptversammlung der Böhler-Uddeholm
AG der Ausschluss beschlossen werden. Hierzu reichen bereits die Stimmen der
voestalpine. Die Minderheitsaktionäre haben dann einen Monat Zeit, um gegen den
Preis Einspruch zu erheben, was in der Vergangenheit auch oft der Fall war. Es gibt
allerdings prinzipiell keinen fixen Mindestpreis. Wäre der Squeeze-out innerhalb von
3 Monaten nach Ende des Übernahmeangebotes durchgeführt worden, so wäre EUR
73 pro Aktie das untere Limit gewesen. Aufgrund der weiterhin guten Ergebnisse der
Böhler seit dem Übernahmeangebot ist unserer Ansicht am wahrscheinlichsten,
dass sich letztlich der Barabfindungspreis auch in der Gegend des Übernahmeangebotes
bei rund EUR 73-75 pro Aktie bewegen wird. Das größte Risiko zu dieser
Argumentation stellen die seither gestiegenen Risikoprämien/Kapitalkosten am
Kapitalmarkt dar.