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Nur in Übersee profitiert der „UrlaubsEuro“ von starker Aufwertung
- Beliebte Urlaubsländer mit noch höherer Inflation als in Österreich
- Starker Euro bringt vor allem in Übersee ein Plus für die Urlaubskasse
- „UrlaubsEuro“ in den USA fast soviel wert wie in der Türkei
- Besonders starker Anstieg neben USA und UK auch in Südafrika, Mexiko und
Hongkong
„Der hohen Inflation entkommt man im Urlaub nur in Überseedestinationen oder in
Großbritannien“, sagt Stefan Bruckbauer, Ökonom der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA).
Zwar weisen einige wichtige Urlaubsländer der Österreicher in den letzen zwölf Monaten
eine etwas geringere Inflation als Österreich auf, die Differenz ist jedoch sehr gering.
Gleichzeitig mussten viele andere beliebte Urlaubsländer eine noch höhere Inflation
hinnehmen und dazu eine Aufwertung, etwa die türkische Lira. Von einer etwas geringeren Inflation profitiert man in Deutschland und in Frankreich, in beiden Ländern ist der
UrlaubsEuro heuer etwas mehr wert. Deutlich weniger ist er dafür in der Türkei und etwas
weniger auch in Kroatien wert, wobei in beiden Ländern eine höhere Inflation, aber auch die
Aufwertung gegenüber dem Euro negativ zu Buche schlagen.
„Gewichtet nach der Beliebtheit der Urlaubsländer ist der ‚UrlaubsEuro’ im Frühling 2008
rund 2 Prozent weniger wert als vor einem Jahr“, meint Bruckbauer. Damit liegt der
UrlaubsEuro weiterhin auf einem historischen Tiefstand. Die Ökonomen der BA-CA haben
dabei den Wert bis 1990 zurückgerechnet. Der starke Euro macht sich somit derzeit nur bei
Überseedestinationen bemerkbar. Einzige Ausnahme unter den beliebten Urlaubsländern in
Europa stellt Großbritannien dar, wo Abwertung und niedrigere Inflation den Wert des
UrlaubsEuro um 10 Prozent erhöht haben und er damit erstmals seit zehn Jahren erkennbar
mehr wert ist als zuhause.
„Weiterhin am meisten ist der UrlaubsEuro heuer im Sommer, trotz Rückgangs, in der Türkei
wert, gefolgt von Ungarn und Kroatien, an vierter Stelle kommt jedoch bereits die USA“, so
der BA-CA Ökonom, „Kaum mehr als in Österreich ist der UrlaubsEuro heuer in Portugal,
Spanien, Kanada, Frankreich, Deutschland und Italien wert.“ Weniger als in Österreich erhält
man für seinen UrlaubsEuro weiterhin trotz Abwertung des Franken in der Schweiz (85).
Dass die USA unter den beliebtesten Urlaubsländern der Österreicher bereits auf dem 4.
Platz hinsichtlich des Wertes des UrlaubsEuros liegt, verdankt es klarerweise dem starken
Eurokurs, der immerhin nochmals ein Plus gegenüber dem Frühjahr 2007 von 11 Prozent
brachte. Insgesamt ist der UrlaubsEuro auch in den anderen Ferienzielen der Österreicher in
Übersee heuer im Frühjahr deutlich mehr wert als vor einem Jahr. „Der UrlaubsEuro in
Übersee dürfte nach unseren Berechnungen, gewichtet nach Beliebtheit, im Frühjahr 2008
rund 9 Prozent höher sein als vor einem Jahr“, sagt Stefan Bruckbauer.
Besonders profitiert man derzeit bei Reisen nach Südafrika, wo die höhere Inflation durch die
Abwertung gegenüber dem Euro überkompensiert wurde. Aber auch in Süd- und
Mittelamerika, mit Ausnahme von Brasilien, profitiert man vom starken Euro, besonders
Mexiko aber auch die Dominikanische Republik. Ebenfalls erhöht, wenn auch etwas weniger
stark als im Durchschnitt, hat sich der UrlaubsEuro in Asien. Allerdings ist der Wert in
HongKong überdurchschnittlich stark gestiegen, durchschnittlich dafür in Thailand, weniger stark in China und Japan.
Abschließend weisen die Ökonomen der BA-CA darauf hin, dass es sich um
Durchschnittswerte handelt, einzelne Regionen (wie etwa London als Zentralregion) können
davon abweichen. Auch bezieht sich das Preisniveau auf den Durchschnitt der Güter und
Dienstleistungen in den einzelnen Ländern, einzelne Produkte (speziell für Touristen) können
davon deutlich abweichen. Daher wurde auch für die Ferndestinationen kein Wert, sondern
nur dessen Veränderung angegeben. Zudem ist die Tatsache, dass das Preisniveau in
einigen Urlaubsländern soviel günstiger als in Österreich ist, vor allem auf das hohe
Einkommensniveau in Österreich zurückzuführen. Läge Österreichs Preisniveau niedriger,
wäre auch das Einkommensniveau geringer - wir könnten uns Urlaube oft gar nicht leisten.
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