BA-CA Konjunkturindikator: Wachstum sinkt 2008 unter 2 Prozent

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BA-CA Konjunkturindikator: Wachstum sinkt 2008 unter 2 Prozent

- Wachstum fällt im vierten Quartal erstmals 2007 unter 3 Prozent-Marke
- Industrie und Konsumenten werden vorsichtiger
- Konjunktur verliert 2008 in schwierigem internationalen Umfeld an Schwung
- Teuerung dämpft Hoffnung auf Unterstützung durch Konsum

Der Konjunkturindikator der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) ist im Dezember von 4,0 auf 3,7 gesunken. Zum Jahresende wurde somit der niedrigste Wert des Jahres 2007 erreicht. Der zur Jahresmitte eingesetzte Stimmungsrückgang hat sich somit sowohl bei den Konsumenten als auch in der Industrie gegen Jahresschluss beschleunigt. Nach Meinung der Ökonomen der BA-CA bleibt diese Entwicklung nicht ohne Konsequenzen für die österreichische Konjunktur. „Im Schlussabschnitt ist das Wirtschaftswachstum erstmals im Jahr 2007 unter die drei Prozent-Marke gefallen“, meint Stefan Bruckbauer, stellvertretender Chefvolkswirt der BA-CA und ergänzt: „Das Plus von 2,9 Prozent im vierten Quartal ist ein beachtlicher Schlusspunkt für ein überaus erfolgreiches Jahr für Österreich.“ Denn mit dem geschätzten Anstieg des BIP um 3,3 Prozent im Gesamtjahr hat die österreichische Wirtschaft trotz internationalem Gegenwind durch hohe Ölpreise und schwachem US-Dollar die hohe Dynamik des Jahres 2006 gehalten. Der Wachstumsvorsprung sowohl gegenüber der Eurozone als auch den USA wurde sogar ausgebaut.

Die Konjunktur wird 2008 jedoch weiter an Schwung verlieren und schließlich in der zweiten Jahreshälfte Boden gefunden haben. „Die deutliche Verschlechterung der weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der stärker als erwartet ausgefallene Anstieg der Inflation zwingen uns die Prognose für 2008 unter 2 Prozent, auf 1,9 Prozent zu senken“, meint Bruckbauer.

Starke Inflation drückt auf Konsumlaune

Die zunehmenden Unsicherheiten im Zusammenhang mit der US-Immobilienkrise erhöhen die Konjunkturrisiken und auch die sonstigen internationalen Vorgaben belasten weiter. Die offene österreichische Wirtschaft steht damit schwierigeren Rahmenbedingungen gegenüber, die sich 2008 auch in der Exportperformance niederschlagen werden. „Der Export wird 2008 nicht mehr die treibende Kraft der österreichischen Konjunktur sein, aber weiter eine wichtige Rolle spielen“, meint BA-CA Ökonom Walter Pudschedl . Die schwächere Konjunktur in wichtigen Abnehmerländern der Eurozone dämpft die Aussichten. Allerdings wird Österreich weiterhin von der hohen Dynamik in den mittelosteuropäischen Wachstumsmärkten profitieren, denn bereits ein Fünftel der österreichischen Exporte gehen nach Osteuropa.

Trotz der spürbaren Pensions- und Lohnerhöhungen sowie der positiven Entwicklung am Arbeitsmarkt wird der private Konsum, die von den Ökonomen der BA-CA bisher in ihn gesetzten Hoffnungen auf eine kräftigere Unterstützung der Konjunktur auch 2008 nicht erfüllen. Die überraschend starke Teuerung macht hier einen Strich durch die Rechnung. Nach dem kräftigen Anstieg der Inflation gegen Jahresende 2007, zeichnet sich auch für die ersten Monate des laufenden Jahres keine Entspannung an der Preisfront ab. „Die Inflation wird bis in den Frühsommer hartnäckig über der drei Prozent-Marke liegen. Das drückt die die Konsumfreude“, sagt Pudschedl. In der zweiten Jahreshälfte ist jedoch dank einer Entspannung bei den Nahrungsmittelpreisen mit einem deutlichen Nachlassen der Teuerung zu rechnen, sofern der Ölpreis mitspielt. Im Jahresdurchschnitt wird die Inflation trotzdem von 2,2 Prozent 2006 auf 2,5 Prozent steigen.

Die österreichische Wirtschaft setzt trotzdem ihren Wachstumskurs – wenn auch in abgeschwächter Form – fort. Davon wird auch der Arbeitsmarkt weiter profitieren. Ein Beschäftigtenplus und ein weiterer Rückgang der Arbeitslosenquote unter 6 Prozent (nationale Methode) verdeutlichen, dass trotz zunehmender Risikofaktoren die österreichische Wirtschaft nicht in eine Rezession kommen wird.




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