"profil": Nationalbank stieß bei Aufarbeitung der MEL-Affäre auf Karibik-Transaktionen
Wertpapier-Rückkäufe von Meinl European Land sollen über
zwischengeschaltete Gesellschaft auf Curacao im Einflussbereich
der Familie Meinl abgewickelt worden sein
Überraschende Wendung in der Affäre um
Wertpapier-Rückkäufe bei der börsenotierten Immobiliengesellschaft
Meinl European Land. Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner
Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, ist die Oesterreichische
Nationalbank im Zuge der Sonderprüfung der Meinl-Bank-Bücher auf
Wertpapiertransaktionen zwischen Meinl Bank, Meinl European Land und
einem auf den Niederländischen Antillen domizilierten Firmengeflecht
um eine Somal N.V. mit Sitz auf der Insel Curacao gestoßen. Somal
steht im Einflussbereich der Familie Meinl und hat mit Meinl European
Land formell nichts zu tun. Dessen ungeachtet sollen die
Wertpapierrückkäufe auf Rechnung von MEL 2007 zunächst über Somal
abgewickelt worden sein. Ein früherer Meinl-Manager gegenüber profil:
"Ich kann bestätigen, dass MEL-Titel jedenfalls vorübergehend bei
Somal eingelagert waren."
Meinl European Land und Meinl Bank wollten die Rolle von Somal
gegenüber "profil" nicht kommentieren. In einer schriftlichen
Stellungnahme wird festgehalten: "Von der Meinl Bank AG, deren
Beteiligungsunternehmen oder von Fonds der Meinl Bank hat die
Gesellschaft (Meinl European Land, Anm.) kein einziges Zertifikat
erworben."