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OeNB - Österreichs Wertpapiergeschäft kennt keine Grenzen
Österreichische Außenwirtschaft im Zeitraum Jänner bis Oktober
2007
Rekordverdächtig zeigen sich derzeit Österreichs
Wertpapiertransaktionen mit dem Ausland: Zwischen Jänner und Oktober
2007 näherte sich der Absatz heimischer Wertpapiere im Ausland
bereits der 50 Mrd EUR-Schwelle und übertraf die Volumina der
vergangenen Jahre deutlich. In Kauflaune zeigen sich auch
österreichische Investoren, die bereits rund 30 Mrd EUR in
ausländische Wertpapiere veranlagt haben. Gestiegene Zinssätze und
zunehmende Volatilität an den Börsen begünstigen Rententitel, während
Aktien und Investmentzertifikate den positiven Trend des Jahres 2006
nicht fortsetzen konnten.
Nach vorläufigen Schätzungen verkauften sich österreichische
Wertpapiere im Ausland von Jänner bis Oktober 2007 mit 49,3 Mrd EUR
ausgesprochen gut (Vergleichszeitraum 2006: 35,7 Mrd EUR). Der
Ausblick auf das Gesamtjahr 2007 lässt daher - trotz stagnierender
Absätze in den Monaten September und Oktober - eine deutlich höhere
Rekordmarke erwarten. Das rege Interesse der internationalen Anleger
galt vor allem langfristigen Rentenpapieren und war etwa zu zwei
Drittel auf Anleihen der Banken und zu knapp einem Drittel auf
österreichische Bundesanleihen konzentriert. Deutlich im Plus lagen
auch Geldmarktpapiere, deren Absatz fast 16 Mrd EUR erreichte (nach
9,2 Mrd EUR). Österreichische Anteilscheine konnten im volatilen
Börseumfeld des Jahres 2007 hingegen nicht reüssieren; die
internationale Nachfrage zeigte gegenüber dem Vergleichzeitraum 2006
eine Halbierung. Darüber hinaus lässt die Zinshausse - insbesondere
im kurzfristigen Bereich - verzinsliche Anlagen vergleichsweise
attraktiv erscheinen. Bemerkenswert erscheint in diesem Umfeld der
Börsegang der STRABAG im Oktober 2007, an dem sich internationale
Investoren rege beteiligten.
Im Aufwind befinden sich auch österreichische Wertpapierkäufe im
Ausland, die im Zeitraum Jänner bis Oktober 2007 knapp 30 Mrd EUR
ausmachten und in ihrer Dynamik ausschließlich von
Geldmarktveranlagungen getragen wurden: 13,2 Mrd EUR bedeuten in
diesem Segment ein Plus von mehr als dem Dreifachen des
Vergleichswerts 2006 (3,1 Mrd EUR). Gedämpftes Interesse
signalisierten heimische Anleger dagegen im Bereich langfristiger
Rententitel, die mit 13,3 Mrd EUR um ein Drittel unter dem
Vergleichswert lagen (19,5 Mrd EUR).
Österreichs grenzüberschreitende Unternehmensbeteiligungen
(einschließlich Konzernkredite) im Ausland summierten sich in den
ersten zehn Monaten 2007 auf 18,7 Mrd EUR, während heimischen
Unternehmen aus diesem Finanzierungsinstrument ausländisches Kapital
im Ausmaß von 17,0 Mrd EUR zufloss.
Die Sonstigen Investitionen, die insbesondere das internationale
Kredit und Einlagengeschäft umfassen, zeigten einen Kapitalabfluss
von 22 Mrd EUR (nach 5,6 Mrd EUR).
Die offiziellen Währungsreserven wurden transaktionsbedingt um 1,4
Mrd EUR erhöht.
Die Leistungsbilanz ergab nach vorläufigen Schätzungen ein Plus von
6,8 Mrd EUR.
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