|
LIBRO plant Turn around innerhalb von drei Jahren
Am 29. Juni 2001 hat die LIBRO AG beim Landesgericht Wiener Neustadt den Ausgleich angemeldet. Dieser wurde offiziell am 30. Juni 2001 eröffnet. Von den Ausgleichspassiva in Höhe von rund 4 Mrd ATS (291 Mio EUR) entfallen 2,2 Mrd ATS (160 Mio EUR) auf Bankschulden, 0,6 Mrd ATS (44 Mio EUR) auf Lieferantenschulden und 0,9 Mrd ATS (65 Mio EUR) auf Rückstellungen.
Die erste Tagsatzung ist für den 21. September 2001 anberaumt. Wird der Ausgleich von den Gläubigern angenommen, werden innerhalb der nächsten zwei Jahre halbjährliche Teilzahlungen geleistet, bis die Quote von 40% erfüllt ist.
Die Banken haben der LIBRO AG Anfang Juli einen zusätzlichen Kreditrahmen in Höhe von 300 Mio ATS/21,8 Mio EUR zur Verfügung gestellt.
Noch nicht fixiert ist, welche und wie viele Filialen von LIBRO und AMADEUS geschlossen werden müssen und wie viele Mitarbeiter von den Sanierungsmaßnahmen betroffen sind.
Von den 19 Filialen in Deutschland wurden bereits 14 geschlossen. Nach- bzw. Untermieter wurden bereits gefunden. Bis Ende August werden alle übrigen Filialen geschlossen. Die deutsche Gesellschaft wird voraussichtlich liquidiert.
Sämtliche nicht zum Kerngeschäft gehörende Beteiligungen (z. B. LION.cc., LIBRO Entertainment, CeDe.Ch) werden abgegeben. Die Suche nach Interessenten beginnt.
Vorrangiges Zukunftsziel des neuen Managementteams ist es, sich wieder auf das erfolgreiche LIBRO Kerngeschäft zu konzentrieren – den Handel mit Büchern, Schreibwaren/Papier und Musik. Die Hauptzielgruppe sind die 12- bis 30-jährigen. LIBRO wird in Zukunft der preiswerte Nahversorger mit Selbstbedienung in Filialen mit 200-600 m2 sein.
Die Sanierung des Unternehmens wird den Zeitraum des Ausgleichs von zwei Jahren in Anspruch nehmen. Das Managementteam geht davon aus, innerhalb von drei Jahren wieder Gewinne zu schreiben. Das aus dem Gläubigerverzicht entstehende Eigenkapital deckt die derzeitige Überschuldung und die geplanten Sanierungsverluste.
Die LIBRO Aktie verbleibt an der Wiener Börse und wird ab 23. Juli 2001 im Specialist Market notieren. Es ist derzeit nicht geplant, die Aktien von der Börse zu nehmen. Angestrebt wird eine Lösung, die sowohl die Sanierung als auch die Hereinnahme eines Partners unterstützt.
|