Nestlé ruft weltweit Säuglingsnahrung zurück
Produkte mit Toxin verunreinigt - auch Österreich betroffen,
aber keine Krankheitsfälle
Der Lebensmittelkonzern Nestlé hat weltweit mehrere
Chargen der Säuglingsnahrung BEBA zurückgerufen. Auch in Österreich
wurden im Rahmen einer Sicherheitsüberprüfung durch die AGES in zwei
Produktchargen geringe Mengen des Toxins Cereulid festgestellt.
Ursache ist ein Reinigungsdefekt in einem Produktionswerk eines
Nestlé-Zulieferbetriebs. Die betroffenen Produkte wurden bereits aus
dem Handel genommen, hieß es am Montag in einer Aussendung des
Gesundheitsministeriums.Insgesamt betrifft der Rückruf über 800 Produkte aus mehr als
zehn Nestlé-Werken. "Es ist die größte Rückrufaktion in der
Unternehmensgeschichte", so das Ministerium.
Laut Gesundheitsministerium sind in Österreich keine
Krankheitsfälle bekannt, die mit dem Konsum der betroffenen Produkte
in Verbindung stehen. Eltern, deren Kinder Symptome wie Erbrechen
oder Durchfall zeigen, wird empfohlen, ärztlichen Rat einzuholen.
Betroffene Produkte können problemlos zurückgegeben werden. Der
Kaufpreis wird vollständig ersetzt.
Verunreinigung durch technischen Effekt
Im Dezember 2025 wurde laut Gesundheitsministerium bei einer
Sicherheitsüberprüfung ein technischer Defekt in einem
Zulieferbetrieb von Nestlé festgestellt, wodurch es zu einer
Verunreinigung eines Inhaltsstoffes mit dem Bakterium Bacillus
cereus gekommen ist. Dieses Bakterium kann das hitzestabile Toxin
Cereulid bilden, das bei Verzehr Übelkeit und Erbrechen verursachen
kann. Sehr selten und in hohen Konzentrationen kann es zu schwereren
Krankheitsverläufen kommen. Das Toxin vermehrt sich im Produkt nicht
weiter.
In Österreich zwei Produkte positiv getestet
In Österreich wurden im Zuge behördlicher Probenziehungen zwei
Produktchargen positiv auf Cereulid getestet. Diese wurden dem
Ministerium zufolge umgehend aus dem Verkehr gezogen. "Die
nachgewiesenen Konzentrationen des Toxins waren so gering, dass eine
Gesundheitsgefährdung ausgeschlossen werden kann", hieß es. Zur
Sicherheit hat die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit
(AGES) demnach auch Produkte anderer Hersteller stichprobenartig
untersucht - "alle Proben waren unauffällig".
Nestlé hat in Abstimmung mit internationalen und österreichischen
Behörden bereits über die Weihnachtsfeiertage einen stillen Rückruf
durchgeführt und die betroffenen Produkte aus den Regalen entfernt.
Mit Montag folgte nun ein öffentlicher Rückruf - "als zweiter
Schritt eines üblichen, abgestuften Verfahrens".
Bei Beschwerden soll Arzt oder Ärztin aufgesucht werden
Die betroffenen Produkte sind: BEBA expert HA PRE
(Mindesthaltbarkeitsdatum: 12/2026) BEBA supreme PRE
(Mindesthaltbarkeitsdatum: 05/2027, EAN: 7 61287 226631) - wurden
bereits am 24. Dezember 2025 durch REWE (BILLA, BIPA, Sutterlüty u.
a.) aus den Regalen genommen. "Wer ein solches Produkt zu Hause hat,
sollte es nicht mehr verwenden, sondern zurückbringen", riet das
Ministerium.
Bei gesundheitlichen Beschwerden wie Erbrechen oder Durchfall
wird empfohlen, ärztlichen Rat einzuholen. Für Fragen zu Produkten
und Rückgabe steht das Nestlé-Verbraucherservice-Team zur Verfügung:
Telefon: 0800 23 44 944 (werktags von 9:00-17:00 Uhr)
hai/saw
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