Konjunktur - Eurozone-Wachstum trotz abermals leichter Beschleunigung weiter gedämpft

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Eurozone-Wachstum trotz abermals leichter Beschleunigung weiter gedämpft



Ergebnisse auf einen Blick:

HCOB Composite PMI® Eurozone bei 51,2 (Finalwert August: 51,0), 16-Monatshoch
HCOB Dienstleistungsindex Eurozone bei 51,3 (Finalwert August: 50,5), 8-Monatshoch
Stärkste Geschäftstätigkeits- und Auftragszuwächse seit Mai 2024

Der Aufwärtstrend in der Eurozone-Wirtschaft setzte sich zum Ende des dritten Quartals fort, er beschleunigte sich sogar leicht und fiel so stark aus wie zuletzt im Mai 2024. Die Dynamik blieb jedoch gedämpft, da auch die Nachfrage kaum in Schwung kam und die Beschäftigung sank. Ungeachtet dessen verbesserten sich die Geschäftsaussichten erstmals seit Juni wieder, während sich der Anstieg der Ein- und Verkaufspreise abschwächte.

Der finale saisonbereinigte HCOB Composite PMI für die Eurozone - ein gewichteter Mittelwert aus dem HCOB Eurozone Index Industrieproduktion und dem HCOB Eurozone Service-Index Geschäftstätigkeit - legte im September den vierten Monat in Folge zu und erreichte mit 51,2 Punkten - nach 51,0 im August - den höchsten Wert seit Mai 2024.

Deutschland spielte dabei eine maßgebliche Rolle: Hier kletterte der entsprechende Composite PMI auf ein Sechzehn-Monatshoch und signalisierte einen moderaten Zuwachs der Wirtschaftsleistung. Spanien verzeichnete indes das größte Plus unter den von der Umfrage erfassten Eurozone-Ländern. Moderat aufwärts ging es auch in Irland und Italien, womit Frankreich mit beschleunigter Schrumpfungsrate der Außenseiter im Währungsraum war.

Obwohl das neunte Eurozone-Wachstum hintereinander so stark ausfiel wie seit knapp anderthalb Jahren nicht, blieb der Composite PMI unter seinem Langzeitdurchschnitt (52,4). Bremsfaktor Nummer eins war der Auftragseingang, der zwar das höchste Plus seit Mai 2024 auswies, der Zuwachs war allerdings nur marginal.

Belastet wurde das Neugeschäft vom Rückgang bei den Exporten, die seit über dreieinhalb Jahren ununterbrochen zurückgehen.

Ausschlaggebend für den aktuellen Aufschwung war daher, dass die Auftragsbestände schneller abgebaut wurden als in den beiden Vormonaten, obwohl die Beschäftigung erstmals seit Februar wieder leicht gesunken ist.

Die Inflation der Einkaufspreise verlangsamte sich im Berichtsmonat und fiel schwächer aus als im langjährigen Mittel. Und auch die Verkaufspreise wurden nicht mehr ganz so kräftig und so geringfügig angehoben wie zuletzt im Mai.

Die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist blieben derweil positiv. Der Optimismus stieg sogar auf den zweithöchsten Wert seit Juli 2024 (lediglich minimal übertroffen im Juni). Im historischen Vergleich war die Stimmung jedoch verhalten.

Rangliste der Composite PMIs im September 2025

Spanien 53,8 2-Monatshoch
Deutschland 52,0 (Flash: 52,4) 16-Monatshoch
Irland 52,0 2-Monatshoch
Italien 51,7 unverändert
Frankreich 48,1 (Flash: 48,4) 5-Monatstief

HCOB Dienstleistungsindex Eurozone

Mit 51,3 Punkten nach 50,5 im Vormonat signalisierte der finale HCOB Dienstleistungsindex Eurozone, dass sich das vierte Wachstum des Servicesektors in Folge gegenüber August beschleunigt hat.

Die Nachfrage nach Dienstleistungen zog im Vergleich zu den zurückliegenden zwölf Monaten spürbar an, blieb jedoch moderat und auf den Binnenmarkt begrenzt. Die Exporte sanken hingegen mit leicht beschleunigter Rate.

Die Beschäftigung stieg nur noch minimal und mit der niedrigsten Rate seit Beginn des Stellenaufbaus vor über viereinhalb Jahren. Die Auftragsbestände nahmen dennoch zum 17. Mal hintereinander ab.

Der Inflationsdruck schwächte sich am Quartalsende ab. So stiegen die Kosten und Angebotspreise so geringfügig wie seit zwei bzw. vier Monaten nicht mehr.

Letztlich blieben die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist nicht nur positiv, der Optimismus stieg sogar auf ein Elf-Monatshoch.

Dr. Cyrus de la Rubia, Chefvolkswirt der Hamburg Commercial Bank, kommentiert:

„Im Dienstleistungssektor läuft es etwas runder. Nach einer Quasi-Stagnation im August hat die Geschäftstätigkeit im September etwas stärker zugenommen. Positiv ist, dass diese Erholung länderübergreifend stattfand, denn sowohl in Deutschland als auch in Italien und Spanien wurde moderat robustes Wachstum verzeichnet. Anders sah es in Frankreich aus, wo der Regierungswechsel und die Unsicherheit darüber, ob sich der neue Premier wird halten können, den Dienstleistern Kopfzerbrechen bereitet. Hier ist die Geschäftstätigkeit spürbar zurückgegangen.

Das Plus beim Neugeschäft spricht dafür, dass der Sektor voraussichtlich auch im nächsten Monat wachsen wird. Allerdings haben die Neuaufträge noch nicht ausgereicht, um die Auftragsbestände steigen zu lassen. Nichtsdestotrotz schätzten die Serviceanbieter die Rahmenbedingungen positiver ein, wie der Anstieg des zukunftsgerichteten Indexes verdeutlicht.

Die Preisdaten für den Dienstleistungssektor, die bei den Währungshütern der Eurozone unter besonderer Beobachtung stehen, dürften die EZB-Mitglieder, die keine weiteren Zinssenkungen möchten, in ihrer Haltung bestätigen. Zwar liegen die Teuerungsraten der Kosten sowie der Verkaufspreise etwas über dem langjährigen Durchschnitt, sie haben sich jedoch in beiden Fällen abgeschwächt.

Der Composite PMI rangierte von Juli bis September im grünen Bereich, sodass man davon ausgehen kann, dass das BIP im dritten Quartal gewachsen ist. Unser Nowcast-Modell, das neben anderen Indikatoren die PMI Indizes berücksichtigt, kalkuliert eine Wachstumsrate von 0,4% gegenüber dem Vorquartal.“




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