Zwei Vorarlberger Regionalversorger stellen Stromlieferungen ein
Montafonerbahn AG und E-Werke Frastanz beenden zum Jahresende
die Stromlieferung an Haushalts- und Gewerbekunden - Beide
bleiben weiter Netzbetreiber
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AKTUALISIERUNGS-HINWEIS
Neu: Letzter Absatz mit Reaktion der illwerke vkw
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Mit den E-Werken Frastanz und der Montafonerbahn
AG (mbs) beenden zum Jahresende zwei Vorarlberger Regionalversorger
die Stromlieferung an Haushalts- und Gewerbekunden. Das teilten die
Unternehmen am Montag per Aussendung mit. Als Gründe nannten sie die
zunehmende Komplexität des Strommarkts und neue gesetzliche
Regelungen. Beide bleiben Netzbetreiber. Die 6.700 mbs-Kunden und
die 4.700 Kunden der E-Werke müssen sich daher bis Jahresende einen
neuen Stromanbieter suchen.
Der Strommarkt sei in den vergangenen Jahren immer
herausfordernder und volatiler geworden, so die Montafonerbahn AG.
"Auch die geplanten Regelungen durch das neue
Elektrizitätswirtschaftsgesetz und bundesrechtliche Vorgaben erhöhen
die Komplexität und die Anforderungen an die Stromanbieter", hieß
es. Damit steige auch das Risiko, gerade für kleine Anbieter. "Es
trifft leider auf unser Unternehmen zu, und wir mussten uns schweren
Herzens zu diesem Schritt entschließen", so mbs-Vorstand Ekkehard
Nachbaur. Netzbetreiber im angestammten Konzessionsgebiet will die
in Schruns sitzende mbs bleiben, sie erzeugt nach eigenen Angaben
mit dem Litzwerk rund 22 Mio. Kilowattstunden (KWh) Strom jährlich.
Herausfordernder Strommarkt für kleine Anbieter
Die "zunehmende Komplexität im Risikomanagement und die sich
künftig stark ändernden gesetzlichen Rahmenbedingungen für
Stromanbieter im österreichischen Energiesystem" nannten auch die
E-Werke Frastanz als Gründe für ihre Entscheidung. "Das Stromnetz
und unsere Kraftwerke verbleiben nach wie vor bei uns. Als
Netzbetreiber werden wir wie bisher für eine sichere Stromversorgung
sorgen. Allerdings ist es aufgrund unserer Größe und der damit
verbundenen Herausforderungen uns nicht mehr möglich, im Stromhandel
tätig zu sein. Die Entscheidung ist nicht leichtfertig, sondern nach
einer gründlichen Marktanalyse gefallen", so Geschäftsführer Rainer
Hartmann. Die E-Werke erzeugen mit drei Kraftwerken an der Samina
bis zu zwölf Mio. KWh Strom jährlich, damit werden vor allem Kunden
in Frastanz (Bez. Feldkirch) und Nenzing (Bez. Bludenz) versorgt.
Weil die Eigenproduktion dazu nicht ausreicht, besteht eine
Kooperation mit illwerke vkw.
Kundinnen und Kunden erhalten in den kommenden Tagen ein
Kündigungsschreiben und Informationen zum weiteren Vorgehen
zugesandt, hieß es in beiden Aussendungen. Wird bis 31. Dezember
2025 kein neuer Stromliefervertrag abgeschlossen, übernehme laut
aktueller Rechtslage der Grundversorgungslieferant für Vorarlberg
die Belieferung, um eine ununterbrochene Versorgung sicherzustellen.
illwerke vkw hoffen auf Neukunden
Der Vorarlberger Landesenergieversorger illwerke vkw AG bot sich
nach Bekanntwerden umgehend als Stromversorger an. Man richte so
rasch als möglich eine Serviceseite für Betroffene ein, auch im
Kundencenter sei man gerüstet, so illwerke vkw-Vorstandsmitglied
Quido Salzmann in der Aussendung. Er zeigte Verständnis für die
Entscheidung der Unternehmen: "Die gesetzlichen Regelungen und
energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen werden auch für uns immer
herausfordernder".
agr/jh/pro/cgh
ISIN AT0000824503
WEB https://www.illwerkevkw.at/
ISIN IE00BYTBXV33
WEB http://www.ryanair.com
https://www.laudamotion.com