Ottakringer - Ein Drittel der Aktien eingesammelt, weiter IVA-Kritik
IVA-Beckermann: Katerstimmung bei Aktionären - Ottakringer
kann Kritik nicht nachvollziehen
Das Delisting-Angebot der Ottakringer Getränke AG,
die der Börse demnächst den Rücken kehren wird, ist für gut ein
Drittel der ausstehenden Aktien angenommen worden. Bis zum Ende der
Annahmefrist am 27. Oktober seien 28.093 Aktien an der Gesellschaft
zum Verkauf eingereicht worden, teilte das Unternehmen am Dienstag
mit. Je Stammaktie bot Ottakringer wie berichtet 85 Euro und je
Vorzugsaktie 70 Euro. Kritik am Preis kam neuerlich vom
Interessensverband für Anleger (IVA).Die zum Verkauf eingereichten Aktien entsprechen rund einem
Prozent des Grundkapitals der Gesellschaft, hieß es in der
Mitteilung. Darunter befinden sich 23.933 Vorzugsaktien (ca. 30,4
Prozent des Angebots) und 4.160 Stammaktien (32,4 Prozent des
Angebots). Ottakringer hatte seinen Rückzug von der Börse im August
angekündigt. Letzter Handelstag ist der 29. Dezember 2023.
Für Florian Beckermann, Vorstand des Interessenverbandes für
Anleger (IVA), demonstriert die "schwache Annahmequote, dass das
Angebot schlicht zu billig war". Die "Bieter-Familie", der es an
"wirtschaftlicher Weitsicht" fehle, habe sich damit "verzockt", wie
er auf APA-Anfrage sagte. Gegenüber dem IVA würden sich viele
Aktionäre "verkatert" zeigen und das Delisting-Angebot als "unfair"
bezeichnen. "Unter diesen Voraussetzungen will man offensichtlich
nicht verkaufen." Beckermann hatte das Angebot mit Verweis auf den
Kurs der Stammaktien und die Bewertung nach den Verwerfungen durch
die Corona-Pandemie jüngst bereits als zu niedrig kritisiert.
Bei der Brauerei kann man die vom IVA geäußerte Kritik "nicht
nachvollziehen", wie es gegenüber der APA hieß. Denn: "Ein von der
Übernahmekommission als verantwortliche Behörde beauftragtes
Gutachten bestätigt den Angebotspreis."
Nach Ottakringer-Angaben bleiben nun jene Anteilseigner, die das
Übernahmeangebot nicht angenommen haben, unverändert Aktionäre der
Ottakringer Getränke AG, wobei die Börsennotierung am 31. Dezember
2023 endet. Beckermann rechnet allerdings mit einem baldigen
Gesellschafterausschlussverfahren, einem sogenannten Squeeze-out:
Die verbliebenen Gesellschafter werden dabei aus dem Unternehmen
gedrängt, ihnen steht aber eine Barabfindung zu.
Einmal mehr sprach sich Beckermann für eine juristische
Überprüfung der Vorgänge aus: "Erstmalig hat die Übernahmekommission
die gesetzlichen Preisuntergrenzen der Börsenkurse völlig außer Acht
gelassen. Dieser Vorgang ist auch Neuland für die
Übernahmekommission. Eine Überprüfung ist daher grundsätzlich
interessant. Der IVA geht davon aus, dass diese kommen wird."
tpo/cri
ISIN AT0000758008
WEB http://www.ottakringer.at
ISIN US5801351017
WEB http://www.aboutmcdonalds.com/mcd.html