Autolobby schreibt an Kurz: Kein Aus für Verbrennungsmotor
Ein Neuzulassungs-Verbot mit der Aussicht auf ein generelles
Verbot von Verbrennungsmotoren gefährde den Wiederverkaufswert
der Autos
Der Plan der Bundesregierung und
acht weiterer EU-Länder für ein Ausstiegsdatum für den Verkauf von
Autos mit Verbrennungsmotoren erzürnt weiterhin die Autobranche,
Automobilklubs und Frächter. Sie wenden sich heute mit einem offenen
Brief an Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP). Kernaussage des
Schreibens: "Diese Politik eines Technologieverbotes ist falsch."Für die CO2-Bilanz beim Betrieb eines Fahrzeuges sei nicht die
Technologie des Antriebsstrangs entscheidend, sondern der Einsatz
von sauberer Energie - grünem Strom oder CO2-neutralem Kraftstoff.
In einer über die Betriebsdauer hinausgehenden
Lebenszyklus-Betrachtung, die den CO2-Ausstoß von der Produktion bis
zur Verwertung eines Fahrzeuges berücksichtigt, könne ein
Verbrenner-Fahrzeug sogar besser abschneiden als Fahrzeuge mit
anderen Antrieben. Verbote würden Innovationen und wirtschaftliche
Entwicklungen hemmen.
Außerdem warnen die Branchenvertreter der Kfz- und
Transport-Branche vor einem frühzeitigen Wertverlust der derzeit
rund fünf Millionen Autos der Österreicher. "Ein
Neuzulassungs-Verbot mit der Aussicht auf ein generelles Verbot von
Verbrennungsmotoren gefährdet unmittelbar den Wiederverkaufswert
dieser Fahrzeuge und greift damit direkt in das Vermögen der
Menschen ein", heißt es in dem offenen Brief. Die
Interessensvertreter rechnen vor: "Die Hälfte der Autobesitzer hat
noch nie ein Neufahrzeug erworben, rund 70 Prozent der
Bestandsfahrzeuge haben einen Wiederverkaufswert von unter 10.000
Euro."
Innerhalb der österreichischen Automobil-Wirtschaft, die
einschließlich Zulieferbetriebe sowie der vor- und nachgelagerten
Wirtschaftsbereiche rund 355.000 Personen beschäftige, seien rund
25.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer direkt mit der Fertigung
von Motor oder Getriebeteilen beschäftigt.
Unterzeichnet wurde der offene Brief unter anderem von Günther
Apfalter (Magna), Helmut List (List), Peter Mitterbauer (Miba),
Stefan Pierer (KTM), Günther Kerle (Autmobilimporteure), Johann
Marihart (Agrana), Alexander Klacska (Transporteure), Oliver
Schmerold (ÖAMTC) und Gerald Kumnig (ARBÖ) sowie vom Investor
Siegfried Wolf, der gerade um das MAN-Buswerk in Steyr (OÖ) rittert.
Sie alle fordern Bundeskanzler Kurz auf, in der EU gegen ein
Zulassungs-Verbot für Verbrennungsmotoren einzutreten.
Ein konkretes Ausstiegsdatum für Österreich gibt es noch nicht.
Verkehrsministerin Leonore Gewessler (Grüne) verwies zuletzt auf die
Bandbreite zwischen dem Jahr 2025, in dem Norwegen aus dem
Verbrennungsmotor aussteigen will, und 2040, das Frankreich anpeilt.
Rund zwei Drittel der Neuwagen in Österreich werden an Firmenkunden
verkauft.
(Schluss) stf/bel
ISIN AT0000734835 AT0000KTMI02
WEB http://www.magna.at
http://www.miba.com
www.ktm-industries.com
http://www.oeamtc.at
https://news.wko.at/presse