Wiener Privatbank: Arca-Einstieg dauert - FMA: Antrag zurückgezogen
Formal neuer Antrag nötig - Arca will alles Nötige tun, um die
Wiener Privatbank zu erwerben
Die Wiener Privatbank hält an der Übernahme durch
die slowakische Arca fest, auch wenn sich der Deal verzögere, heißt
es in einer Mitteilung der Bank von heute Donnerstag. Das führt zu
Verwunderung bei der Finanzmarktaufsicht (FMA). Diese bestätigte der
APA, dass der Antrag auf Mehrheitsübernahme zurückgezogen worden
sei. Wenn der Deal zustande kommen soll, müsse er neu beantragt
werden.Es wurde "der Gesellschaft mitgeteilt, dass sich die
bankaufsichtsrechtliche Freigabe der Transaktion verzögert",
schreibt die Wiener Privatbank in einer Aussendung. "Arca hat zur
Genehmigung der Transaktion ua noch Stellungnahmen der slowakischen
und tschechischen Bankenaufsicht beizubringen." In einer eigenen
Mitteilung der Arca-Gruppe heißt es: "Die Zustimmung der Behörden
liegt aktuell noch nicht vor, daher werden wir unsere Kaufoption für
die Wiener Privatbank vorsichtshalber bis 30.06.2019 verlängern,
informiert Juraj Dvorak, Mitglied der Geschäftsführung der Arca
Gruppe." Und Dvorak weiter: "Wir glauben an den Deal. Sonst würden
wir die Option auch nicht verlängern".
Demgegenüber stellt FMA-Sprecher Klaus Grubelnik auf APA Anfrage
fest: "Ich kann inhaltlich zum Verfahren keine Stellungnahme
abgeben, nur bestätigen, dass die Anzeige des beabsichtigten
Erwerbes einer qualifizierten Beteiligung sowie der Antrag auf nicht
Untersagung zurückgezogen wurden. Sollte weiter die Absicht
bestehen, eine wesentliche Beteiligung zu erwerben, so ist das
erneut anzuzeigen, eine Nichtuntersagung zu beantragen und es wird
in der Folge ein neues Verfahren zu führen sein."
Von Arca hieß es dazu auf APA-Nachfrage, "Arca wird den
eingeschlagenen Weg weiter fortsetzen. Was immer administrativ für
den Kauf der Wiener Privatbank notwendig ist, wird geschehen."
Schon länger ist bekannt, dass die FMA und mit ihr die letztlich
entscheidende EZB starke Bedenken gegen den Deal haben. Günter
Kerbler und Johann Kowar wollen ihre gut 61 Prozent an der
Privatbank um etwa 37 Mio. Euro an die Arca verkaufen. Zunächst gab
es bei den slowakischen Behörden Zweifel, dass der Arca-Eigentümer
Pavel Krupa geeignet sei, eine Bank zu führen (Fit&Proper).
Daraufhin übertrug Krupa die Mehrheit (55 Prozent) an der
Arca-Holding an Rastislav Velic, laut Medienberichten schenkte Krupa
seine Anteile her, da Velic selber nicht über das für einen Kauf
nötige Vermögen verfüge. Diese Konstruktion nährte aber bei den
Aufsichtsbehörden den Verdacht, dass Velic nur ein Strohmann für
Krupa sei. Sie stehen deshalb auf der Bremse.
(Schluss) tsk/itz
ISIN AT0000741301
WEB http://www.wienerprivatbank.com
http://www.fma.gv.at