Staatsdruckerei droht wegen Streubesitz Rausschmiss von Wiener Börse
Zu geringer Streubesitz - Gesellschaft will bis Jahresmitte
2019 den Mindestsatz von 2 Prozent erreichen - Aktuell: 0,76
Prozent im Streubesitz
Der im privaten Eigentum befindlichen
Österreichischen Staatsdruckerei Holding AG (OeSD) droht der Entzug
der Zulassung zum Handel an der Wiener Börse. Seit Jahresbeginn gilt
nach einer Novelle des Börsengesetzes für den amtlichen Handel ein
Mindeststreubesitz von 2 Prozent. Diese Grenze wollen die
Kernaktionäre der Gesellschaft nun innerhalb eines Jahres herstellen
- was kein Problem sein sollte.Die Kernaktionäre - namentlich die G3 Industrie Privatstiftung
und GRT Privatstiftung - werden sich bemühen, bis zum 30. Juni 2019
den im Börsegesetz § 40, Absatz 1, Ziffer 7 genannten Mindestsatz
(Mindeststreubesitz) von 2 Prozent des Grundkapitals herzustellen,
heißt es in einer Pflichtmitteilung der Staatsdruckerei am
Donnerstag.
"Auch wenn seitens der Gesellschaft die Auffassung vertreten
wird, dass diese Bestimmung auf sie nicht anzuwenden ist, so streben
die Kernaktionäre (und auch die Gesellschaft) die Einhaltung der
Bestimmung bis 30.06.2019 an", wird betont. Aktuell sei jedoch kein
öffentliches Angebot bestehender oder neuer Aktien der Gesellschaft
geplant.
"Unsere Anwälte sagen uns, sie bezweifeln, dass diese Bestimmung
rückwirkend angewendet werden kann", so Finanzvorstand Helmut
Lackner auf APA-Anfrage. Die Staatsdruckerei sei seit 2011 gelistet.
Grundsätzlich sollte es aber kein Problem sein, die 2 Prozent zu
erreichen.
Sollten die 2 Prozent nicht erreicht werden, wovon aber nicht
auszugehen ist, könnte die Wiener Börse ein Verfahren auf Widerruf
der Zulassung der Aktien der Gesellschaft zum Amtlichen Handel der
Wiener Börse einleiten. "Wir würden es dann beeinspruchen", so
Lackner.
Seit der Jahrtausendwende gehört das Unternehmen mit Sitz in
Wien-Liesing großteils dessen Vorstandschef Robert Schächter und
seinem Geschäftspartner, dem Investor und früheren LIF-Politiker
Johannes Strohmayer. Kernaktionäre der Gesellschaft sind mit einem
Anteil von 45,6 Prozent die GRT Privatstiftung - sie ist Schächter
zuzurechnen - und 45,7 Prozent die G3 Industrie Privatstiftung von
Strohmayer sowie mit einer Beteiligung von 4,9 Prozent die
Staatsdruckerei Mitarbeiter Privatstiftung. 3 Prozent sind
firmeneigener Aktienbesitz.
Seit 11. November 2011 notieren die 7,5 Millionen Aktien an der
Wiener Börse. Die Notiz erfolgt im Handelssegment "Standard Market
Auction". Laut Wiener Börse-Daten hat das durchschnittliche
Handelsvolumen in den vergangenen 100 Tagen 208 Stück betragen.
Zuletzt wurde die Aktie mit 18 Euro gehandelt.
(Schluss) ggr/tsk
ISIN AT00000OESD0
WEB http://www.staatsdruckerei.at