Linz Textil erntete im Halbjahr weitere Früchte der Restrukturierung
Bis Juni mehr EBIT, weniger Nettogewinn - China-Wegfall durch
Europa weitgehend ausgeglichen - Schwacher Dollar begünstigt
Billigimporte - Hader mit Kleinaktionären schränkt Spielraum
ein
Die börsennotierte Linz Textil hat im ersten
Halbjahr nach eigenen Angaben weitere Früchte der
Restrukturierungsmaßnahmen der Jahre 2014/15 geerntet. Alle Segmente
lägen operativ in der Gewinnzone, und die Umsatzausfälle durch den
Verkauf der China-Tochter im Mai 2016 habe man weitgehend in Europa
ausgeglichen, erklärte Linz Textil am Montagabend.Der Gruppen-Umsatz sank bis Juni nominell um 5,4 Prozent auf 56,6
Mio. Euro, bereinigt um China seien die Erlöse um rund 4,6 Prozent
gestiegen. Das Betriebsergebnis (EBIT) lag mit 1,9 Mio. spürbar über
dem Vorjahresvergleich von 1,6 Mio. Euro - das sei Ausdruck der
konsequenten Weiterverfolgung der Restrukturierung. Der im Halbjahr
ausgewiesene Periodengewinn von gut 1,6 Mio. Euro entspreche
weitgehend dem operativen Ergebnis. Der im gleichen Zeitraum vor
einem Jahr mit fast 3,7 Mio. Euro noch höhere Periodengewinn sei
damals durch einen im Finanzergebnis ausgewiesenen positiven
Einmaleffekt aus der China-Entkonsolidierung beeinflusst gewesen.
Die Eigenkapitalquote sei mit 73,3 Prozent (nach 85,1 Prozent
Ende 2016 vor Dividendenzahlung) weiterhin solide, die Bilanzsumme
habe sich um 1,8 Prozent auf 105,1 Mio. Euro erhöht, der
Mitarbeiterstand blieb mit 594 fast gleich.
Das zweite Halbjahr schätzt die Linz Textil im Ausblick "positiv"
ein, wobei der Gewinn tendenziell unter jenem des ersten Halbjahres
liegen werde. Ein schwächerer Dollar als zu Jahresbeginn, der im
Textilen Halbfabrik Billigimporte nach Europa begünstige, verstärke
diese Tendenz.
"Die aktuelle Konfliktsituation mit den Kleinaktionären bindet
zurzeit die Managementressourcen über einen längeren Zeitraum und
schränkt den Handlungsspielraum der Führungskräfte ein", verhehlt
der Vorstand nicht.
Eine Gruppe von "Kleinaktionären" mit rund 10 Prozent Anteilen -
der frühere Bank-Austria-Fonds Pioneer Investments, die Sogas
Beteiligungsverwaltung und die Schärdinger Weyland Gruppe - wollten
von dem zu 60,5 Prozent vom früheren Linz-Textil-Chef Dionys Lehner
beherrschten Unternehmen eine höhere Ausschüttung sehen. Dieses
Thema und Kritik von den Kleinaktionären am Kauf einer Villa als
Dienstwohnung für den bis Ende 2016 amtierenden Lehner hatten auch
die Hauptversammlung im Mai überschattet.
(Schluss) sp/cts
ISIN AT0000723606
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