Schlumberger St. - Schlumberger will Sekt vermehrt im Ausland sprudeln lassen

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Schlumberger will Sekt vermehrt im Ausland sprudeln lassen


Fokus auf Exporte und Wachstum durch Akquisitionen - Preise müssen angehoben werden - Bio, vegan und alkoholfrei sind ein Thema



Die 1842 gegründete Wein- und Sektkellerei Schlumberger läutet 2017 ein großes Jubiläumsjahr ein und hat auch für die nächsten 175 Jahre große Pläne: Künftig soll noch mehr Sekt in den Export sprudeln, das Unternehmen will weiter wachsen und das Geschäft mit der Mozart Distillerie verdreifachen. Auch die Trends bio, vegan und alkoholfrei spielen eine Rolle, einige Kreationen seien schon im Keller.
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Die Preise für Sekt werden kommenden Jänner um 6 bis 9 Prozent angehoben. Grund dafür seien die enormen Witterungsschäden, die zu hohen Ernteeinbußen führten. "Wir wollen an der Qualität festhalten und nicht billig einkaufen", so Schlumberger-Chef Eduard Kranebitter am Dienstag vor Journalisten. Der Börse könnte das Unternehmen bald den Rücken kehren.

Schon bis 2020 will die erste österreichische Sektkellerei mit dem Export mehr einnehmen als am Heimmarkt. Momentan beträgt die Exportquote 36 Prozent, die Produkte werden in über 30 Ländern getrunken. Der Eigentümer, die Schweizer Sastre Holding rund um den Unternehmer Frederik Paulsen, will starkes Wachstum sehen: "Da sprechen wir nicht von 10 Prozent", so Kranebitter zur APA. Man wolle das Unternehmen auf eine andere Ebene heben, dazu gehören auch Akquisitionen im Ausland. Einige Projekte seien schon in der Pipeline.

Neben dem Hauptexportmarkt Deutschland und den Niederlanden, wo Schlumberger in den ersten neun Monaten 32,9 Mio. Euro ist die USA das größte Zukunftsland. 20 Dollar legt man dort für einen Schlumberger hin, besonders der grüne Veltliner sei bei den Amis gefragt. In Osteuropa seien Polen, Russland und die Ukraine interessant.

Auch von der Mozart Distillerie, die Ende Jänner 2016 übernommen wurde, verspricht man sich einiges: Das Geschäft mit dem Unternehmen soll sich in den nächsten drei, vier Jahren verdreifachen. Der Salzburger Standort wird zum Kompetenzzentrum für die Schlumberger-Spirituosen. Unter dem Vorbesitzer, dem japanischen Konzern BeamSuntory, hätte die Marke gelitten, nun soll es wieder bergauf gehen. Der Schokoladenlikör sei vor allem in Japan, auch weil er "Mozart" heißt, und Australien beliebt.

Produktmäßig wolle man ebenfalls nachlegen, einige Kreationen liegen bereits im Keller: "Wir wollen wie die letzten 175 Jahre auch in Zukunft Innovationsmotor in der Sektbranche sein", so der Geschäftsführer. Das Sortiment soll weiter ausgebaut werden, man wolle sich auch Trends wie bio, vegan und alkoholfrei annehmen. Letzteres sei ein großes Thema, etwa für Autofahrer oder Kinderfeste. "Bei alkoholfreiem Sekt sieht man in Deutschland gerade großes Wachstum", stellte Kranebitter fest. Auch gesundheitsfördernde Zusätze im Sekt seien denkbar.

Im Jubiläumsjahr 2017 wird ordentlich an der Werbetrommel gerührt, neben limitierten Editionen soll es auch eine Geld-zurück-Garantie geben. "Wer mit Schlumberger nicht zufrieden ist, kann die Flasche zurückgeben", so Kranebitter. Den hohen Wert von Marketing, Markenführung und Sponsoring erkannte schon der Gründer des Unternehmens, der deutsche Robert Alwin Schlumberger. Nachdem er 1842 als Erster in Österreich mit der Champagnerproduktion begonnen hatte, sponserte er bald Projekte wie etwa eine Weltumseglung und stattete sie mit Sekt und Wein aus, um die Marke international bekannt zu machen. Schlumberger sei auch Pionier in der Schädlingsbekämpfung gewesen und habe die Rotwein-Rebsorten Merlot und Cabernet Sauvignon nach Österreich gebracht.

Ein baldiger Rückzug des Unternehmens von der Börse ist nicht ausgeschlossen: Die Schweizer Sastre besitzt bereits 87 Prozent des Unternehmens, "es liegt auf der Hand, dass ein Weggehen von der Börse möglich ist." Das sei aber die Entscheidung der Aktionäre.

(Schluss) cam/tsk

 ISIN  AT0000779061
 WEB   http://www.schlumberger.at



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