Teak Holz - Konkursverfahren, Bemühungen um neuen Sanierungsplan
KSV: Forderungen von 49,6 Mio. Euro angemeldet, davon 28,2
Mio. Euro vom Masseverwalter anerkannt
Der börsennotierte Plantagenbetreiber Teak Holz
International befindet sich nach dem Rückzug seines Sanierungsplans
vom Dezember nun im Konkursverfahren. Die Bemühungen laufen aber
weiter, "gemeinsam mit den Gläubigern der Wandelschuldverschreibung
2010 einen alternativen Sanierungsplan zustande zu bringen", wie das
Unternehmen heute mitteilte.Die angemeldeten Forderungen liegen laut Kreditschutzverband von
1870 (KSV1870) bei 49,6 Mio. Euro, davon sind 28,2 Mio. Euro vom
Masseverwalter anerkannt.
Vorgesehen waren im Dezember-Sanierungsplan eine Quote von 20
Prozent - 10 Prozent Barquote sowie je 5 Prozent nach einem Jahr und
5 Prozent nach zwei Jahren. Bis Ende Jänner hätten rund 3,2 Mio.
Euro - die Hälfte der Quote plus Verfahrenskosten - hinterlegt
werden müssen. Es gehe nicht nur um die Finanzierung der Quote,
sondern auch um die Sicherstellung der Bewirtschaftung der Plantagen
bis zur Ernte, das wäre ein zweistelliger Millionen-Euro-Betrag, so
Teak Holz International (THI) Anwalt Michael Lentsch zur APA.
Bondholder und Unternehmen würden nach wie vor versuchen,
Finanzierungen zu schaffen.
Teak Holz hat Anfang September Insolvenz angemeldet. Der
Sanierungsplan vom 18. Dezember wurde vor der heutigen
Sanierungsplantagsatzung am Landesgericht Linz zurückgezogen. Das
Insolvenzverfahren werde daher auf Konkursverfahren abgeändert, die
Verwertung des Vermögens vom Masseverwalter fortgesetzt wie es in
der heutigen Mitteilung heißt.
Die Wiener Börse hat die Teak-Holz-Aktien bis auf Weiteres vom
Handel ausgesetzt. Die Teak-Holz-Aktien notieren im standard market
auction der Wiener Börse. Der Kurs lag gestern bei 0,092 Euro je
Aktie.
Teak Holz erklärte heute, es sei angesichts der Feiertage nicht
möglich gewesen, die erforderliche Finanzierung komplett
darzustellen. Es habe offenbar aufgrund von Differenzen
unterschiedlicher Gläubigergruppen die Finanzierung nicht
aufgestellt werden könne, so Alexander Meinschad vom KSV1870 heute
zur APA. Es gebe aber offensichtlich Interessenten, die eine
Finanzierung ermöglichen würden. Der Masseverwalter müsse nun mit
der Verwertung beginnen, parallel dazu würden vom Vorstand nach wie
vor Interessenten zur Quotenfinanzierung gesucht.
Teak Holz International hat Anfang September den Insolvenzantrag
gestellt. Der Wirtschaftsprüfer PwC zog Ende Mai 2015 das Testat für
den THI-Jahresabschluss 2013 zurück, da die Teak-Bäume in Costa Rica
zu hoch bewertet wurden. Ende August konnte Teak Holz dann eine
fällige Wandelschuldverschreibung aus dem Jahr 2010 nicht bedienen.
Vor wenigen Wochen hat die WKStA ihre Ermittlungen gegen das
Unternehmen und sechs Verdächtigte wegen Betrugs-, Untreue- und
Bilanzfälschungsverdachts wieder aufgenommen.
(Schluss) itz/phs/cs
ISIN AT0TEAKHOLZ8
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