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EMTS: Erste Bank empfiehlt sich von der Aktie fernzuhalten
Obwohl wir Anfang letzter Woche eher mit ersten Zwischenergebnissen aus der
Sonderprüfung gerechnet haben, mußte EMTS mit weiteren Schockmeldung aufwarten.
So wurde mitgeteilt, dass Nokia - der wichtigste Einzelkunde der EMTS - die
Geschäftsbeziehung mit dem krisengebeutelten Unternehmen gekündigt hat. Nokia
begründet diesen Schritt mit historischen Rechnungs- und Qualitätsproblemen
sowie mit der mangelnden Einhaltung von regionalen Verträgen. Der Umsatzanteil
von Nokia im Jahr 2002 belief sich lt. Medienberichten für die gesamte EMTS-Gruppe
auf ca. 50%. Hierdurch wird sich, ungeachtet der intensiven Sanierungsbemühungen
des neuen Vorstands, die Lage noch zusätzlich verschärfen. Auch wurde die
ursprünglich kolportierte Übernahme von ElcoteQ ausgeschlossen, was in der
gegenwärtigen Lage der EMTS sicher Sinn macht. In Medienberichten wurde bereits
über die großzügigen Geschäftspraktiken des Altvorstands berichtet, hier müssen
für eine Bestätigung aber die Ergebnisse der Sonderprüfung abgewartet werden.
Die
ersten Erkenntnisse der Überprüfung des Konzernabschlusses 2001 durch den
Abschlussprüfer Deloitte & Touche machen ein Anpassungserfordernis im Ergebnis
vor Steuern von EUR 3-5 Mio. wahrscheinlich. Eine Zurückziehung des Bestätigungsvermerks
seitens Deloitte & Touche wurde angekündigt. Weitere Ergebnisse
durch den Sonderprüfer KPMG sind Ende Februar zu erwarten.
Wichtige Information und Beschlüsse brachte auch die außerordentliche Hauptversammlung
am Mittwoch dieser Woche. Das Management gab bekannt, dass nach
Aufkündigung der Verträge mit Nokia durch Abschreibungserfordernisse wahrscheinlich
auch die Hälfte des Grundkapitals verloren sei und sich die Bankverbindlichkeiten
auf EUR 17,4 Mio. belaufen. Mit knapp 79% der Stimmen wurde
beschlossen, das Grundkapital von derzeit EUR 5,8 Mio. innerhalb von fünf Jahren
auf EUR 8,7 Mio. durch Ausgabe von auf Inhaber lautenden Stückaktien - auch unter
gänzlichen oder teilweisen Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre - zu
erhöhen. Mit knapp 87% wurde der Vorstand zum Rückkauf eigener Aktien im
Ausmaß von höchstens 10% des Grundkapitals innerhalb von 18 Monaten ermächtigt.
Wir sehen derzeit v.a. durch die Einschränkung der Kundenbeziehung zu Nokia
weitere massive Probleme auf das Unternehmen zukommen. Die Liquiditätslage ist
höchstwahrscheinlich äußerst angespannt, derzeit sollte man sich weiterhin von der
Aktie fernhalten.
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