Ergo einigt sich mit VKI über "Rocket"-Lebensversicherungen
Kunden bekommen Kapital samt Verzinsung zurück oder können auf
Vertragserfüllung durch Immigon warten - Annahmefrist bis 6.
Oktober - VKI verzichtet auf Klage: "Faires Angebot"
Im Streit um die "Rocket"-Lebensversicherungen
zwischen der Ergo Versicherung und ihren Kunden hatte der Verein für
Konsumenteninformation (VKI) der Ergo vor wenigen Wochen noch mit
einer Klage gedroht - dazu wird es aber nicht kommen. Die Ergo bzw.
die Volksbanken hätten ein "faires Angebot" gemacht, man werde daher
von Klagen absehen, teilte der VKI am Freitag in einer Aussendung
mit.Beim VKI hatten sich rund 2.200 Ergo-Kunden gemeldet, die
"Rocket"-Lebensversicherungen abgeschlossen hatten. Das Produkt ist
an ÖVAG-Anleihen gebunden und wurde zum Großteil von Volksbanken
verkauft.
Im Juli 2015 wurde die Österreichische Volksbanken AG (ÖVAG) in
eine "good bank" (Volksbank Wien-Baden) und eine "bad bank" (Immigon
AG) gespalten. Die Immigon soll bis Ende 2017 abgewickelt werden.
Die verschiedenen "Rocket"-Anleihen der ÖVAG wurden der Immigon
zugeordnet. Viele Ergo-Anleger befürchteten Verluste.
Nun habe man für die rund 2.200 Kunden mit der Ergo Versicherung
AG und der Volksbank Wien-Baden einen Rahmenvergleich vereinbart,
erklärte VKI-Rechtsexperte Peter Kolba laut Aussendung. Die Ergo
werde den Betroffenen anbieten, die Differenz zwischen dem zweiten
Rückkaufangebot der Immigon an Privatkunden und dem eingesetzten
Kapital (abzüglich 4 Prozent Versicherungssteuer) zuzüglich 1,25
Prozent Zinsen zu bezahlen. Die Kunden können das Angebot bis 6.
Oktober annehmen oder auf die vertragsmäßige Erfüllung durch die
Immigon warten.
"Wir sehen das als faires Angebot der Ergo Versicherung bzw. der
Volksbanken an und werden daher keine weiteren Sammelklagen,
Verbandsklagen oder Musterprozesse betreiben", hält der VKI fest.
(Schluss) ivn/itz
ISIN AT0000755665
WEB http://www.ergo-austria.at
http://www.oevag.com
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