Immigon (Ex-ÖVAG) Abbau nicht ohne Risiko - Auch wegen Russland
Durch Forderung an Sberbank exponiert - Letzte
Halbjahreszahlen von nicht mehr existierender ÖVAG liegen vor
Die teilstaatliche Abbaugesellschaft der einstigen
ÖVAG, Immigon, ist am Donnerstag ersten öffentlichen
Bilanzierungspflichten nachgekommen. In einer Vorschau für 2015 ist
nun von einem Jahresgewinn (Einzelabschluss) in niedriger
dreistelliger Millionenhöhe die Rede. Das Geld geht großteils in die
Rücklagen - zur Risikovorsorge. Risiken gibt es beim Abbau nämlich,
auch aus Russland.Die wesentlichen Risiken für die Immigon ergeben sich laut
Zwischenbericht aus dem ausschließlichen Ziel einer "planmäßigen
Abwicklung und der Befriedigung der Gläubiger bis Ende 2017".
Aus nationaler und internationaler Erfahrung wisse man, dass
solche Abbauprozesse oft mehr kosten als ursprünglich erkennbar
gewesen wäre. "Dieser Unsicherheit ist auch die Immigon ausgesetzt",
heißt es in dem Zwischenbericht.
Der Vorstand wies insbesondere auf die Risiken aufgrund der
wesentlich verschlechterten Lage in Osteuropa und hier insbesondere
in Russland hin. "Die Immigon ist hier mit einer Forderung an die
Sberbank Europe AG exponiert", heißt es. Die russische Sberbank
hatte der ÖVAG 2012 den größten Teil ihres Osteuropabankennetzwerk
abgekauft.
Indirekt in Russland exponiert sei die Immigon auch durch die
Beteiligung an der Raiffeisen Bank International (RBI), über die
Anteile an der Raiffeisen Zentralbank (RZB).
Weiters hat die Immigon noch ein "substanzielles"
Immobilienportfolio in Österreich und in Osteuropa. Bei deren
Verkäufen könnten auch Bewertungsabschläge schlagend werden, heißt
es im Risikobericht. Darüber hinaus gibt es allgemeine
Gewährleistungsrisiken aus den bereits erfolgten und noch geplanten
Beteiligungsverkäufen.
Fürs Archiv: Für die Zeit zwischen Jänner und Juni 2015 - also
noch vor der Zerschlagung im Juli - wies die alte ÖVAG (jetzt
Immigon) bei einer Bilanzsumme von noch 13,2 Mrd. Euro einen
Nettoverlust von 7,4 Mio. Euro aus. Die Zwischenbilanz hatte für die
Konzernteilung zur Jahresmitte keine Bedeutung mehr, da die im Juli
vollzogene Aufspaltung rückwirkend per 1. Jänner 2015 erfolgte und
damit auf Basis der Bilanzen von 2014.
(Schluss) rf/itz
ISIN AT0000755665
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