Ex-ÖVAG-Bond-Rückkauf - Ergo-Kunden haben großteils nicht angenommen
14.000 Betroffene mit "Rocket"-Lebensversicherung -
Versicherung fordert beim nächsten Programm höhere Preise für
Privatanleger - VKI sieht auch Ergo in der Pflicht
Das Anleihenrückkaufprogramm der ÖVAG-Bad-Bank
Immigon ist bei Ergo-Versicherungskunden, die eine möglicherweise
verlustträchtige, weil an ÖVAG-Bonds gekoppelte Lebensversicherung
abgeschlossen hatten, auf mäßiges Interesse gestoßen. Nur 14 Prozent
oder 1.960 der 14.000 Betroffenen haben das Angebot angenommen. Die
Ergo Versicherung fordert für den nächsten Aufkauf höhere Preise.Wie schon zuvor der Vorstand des neuen
Volksbanken-Spitzeninstituts, Volksbank-Wien-Baden-Vorstand Wolfgang
Schauer, hatte auch die Ergo Versicherung Privatanlegern abgeraten,
das Rückkaufprogramm der früheren ÖVAG anzunehmen. Das nunmehr
abgeschlossene Programm sei für Privatkunden "völlig ungeeignet"
gewesen. Die Anmeldefrist sei viel zu kurz gewesen, zumal das ganze
in die Urlaubszeit gefallen sei, hieß es von der Ergo-Versicherung
am Dienstag.
Dass es eine weitere Rückkaufaktion gibt, sei von der Immigon
bereits bestätigt worden. Die Bedingungen - Preise, Fristen - seien
aber noch offen.
Die Versicherung fordert unter anderem höhere Preise. Diese wären
dann angemessen, "wenn sie die von Gutachtern ermittelte
Zahlungsfähigkeit von Immigon widerspiegeln", erklärte die
Assekuranz in einer Aussendung. Die Ergo Versicherung bezieht sich
dabei auf einen Prüfbericht des Beratungskonzerns Ernst & Young
(EY), den dieser anlässlich der Abspaltung der Immigon am 4. Juli
erstellt habe. EY kam zum Schluss, dass die Immigon in der Lage sein
werde, Anleihegläubiger zu befriedigen. Auch Immigon-Chef Stephan
Koren habe im Juli betont, dass dass die Bad Bank, deren
Restvermögen bis Ende 2017 abgebaut werden soll, ausfinanziert sei,
so eine Ergo-Sprecherin am Dienstag zur APA.
Erneut bemühte sich die Versicherung aber, darauf hinzuweisen,
dass der Rückkauf freiwillig ist. Nach wie vor gebe es die
Möglichkeit, den Vertrag zu behalten und zu hoffen, am Ende der
Laufzeit den vereinbarten Betrag ausbezahlt zu bekommen.
Fürs Aussitzen haben sich bisher die meisten Ergo-Kunden
entschieden. 86 Prozent der Betroffenen haben nicht am
Rückkaufprogramm teilgenommen oder einen Preis genannt, den die
Immigon nicht akzeptiert hat. Von jenen, die aussteigen, erhalten
1.260 (9 Prozent der insgesamt 14.000 Betroffenen) mehr als das
eingezahlte Kapital zurück. Rund 700 Ergo-Kunden (5 Prozent) machen
dagegen einen Verlust - sie bekommen weniger als sie investiert
haben, so die Ergo in ihrer Mitteilung.
Laut Ergo haftet die Immigon dafür, dass die Kunden am Ende der
Laufzeit den vereinbarten Auszahlungsbetrag erhalten. Die
Versicherung prüfe "alle möglichen rechtlichen Schritte".
Rechtliche Troubles drohen indes der Ergo selbst. Der Verein für
Konsumenteninformation (VKI) sieht nämlich die Ergo Versicherung als
eine der möglichen Haftungsgegner. Ergo müsse sich das Handeln der
als Versicherungsagenten tätigen Volksbanken zurechnen lassen, so
der VKI auf seiner Homepage.
Bei dem Produkt handelt es sich um eine indexgebundene
Lebensversicherung namens Rocket, der eine Anleihe der später
notverstaatlichten Österreichischen Volksbanken AG (ÖVAG)
zugrundegelegt wurde. Verkauft wurden die Versicherungen zu einem
Gutteil über Volksbanken.
Die Konsumentenschützer vom VKI sehen neben der Ergo auch die
kleinen Volksbanken in der Pflicht, die im Falle von Falschberatung
haften würden. Der VKI vermutet, dass die Kunden nicht ausreichend
über Risiken aufgeklärt worden sind. So sei in den Werbefoldern von
Kapitalgarantien und einer Performance von 4,48 Prozent im Jahr die
Rede gewesen.
(Forts. mögl.) snu/itz
ISIN AT0000755665
WEB http://www.ergo-austria.at
http://www.oevag.com
ISIN AT0000821103
WEB http://www.uniqagroup.com
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