ATB drängt heute Streubesitz raus - Sonderertrag half Juni-Bilanz
Hauptversammlung will Squeeze out beschließen
Bei der bisher börsennotierten Austria
Antriebstechnik (ATB) - ehemals A-Tec-Tochter und jetzt im Besitz
der chinesischen Wolong-Gruppe - stehen am heutigen Dienstag
Beschlüsse an, die den Abschied von den Kleinaktionären bedeuten.
Der Streubesitz soll abgespaltet werden (Squeeze-out). Der
chinesische Hauptaktionär bietet den verbliebenen
Streubesitz-Aktionären 7,60 Euro je Aktie.Am 12. August notierte die Aktie bei 7,70 Euro. Kleinaktionäre
hatten bereits im Vorfeld der heutigen Sonder-Hauptversammlung eine
höhere Abfindung verlangt.
Das erste Halbjahr 2015 war für den steirischen Motorenhersteller
wieder von Belastungen geprägt: Von den Krisen in Russland und
Nahost, der unverändert schwachen Nachfrage im Kohlebergbau und
fallenden Ölpreisen.
Damit sank der Umsatz bis Juni um 7 Prozent auf 159,5 Mio. Euro.
Die Auftragseingänge brachen um 16,8 Prozent ein, wurde ad hoc
berichtet.
Das Betriebsergebnis fiel um mehr als ein Drittel auf 2,2 Mio.
Euro, das Vorsteuerergebnis war mit 484.000 Euro negativ. Dass
unterm Strich ein Nettogewinn (Periodenergebnis) von 567.000
(Vorjahr: 412.000) herauskam, lag an der Aktivierung latenter
Steuern von knapp 1,37 Mio. Euro sowie an einem
"Technologietransfer" (2 Mio. Euro).
Auch "effizienzsteigernde Maßnahmen" hätten den Anstieg beim
Periodengewinn bewirkt, heißt es. In der Gruppe laufen
Restrukturierungen, namentlich bei ATB Schorch, deren Effekte
vollumfänglich erst im 1. Quartal 2016 zu sehen seien, heißt es.
Nach Branchen stellte sich die Lage im Halbjahr so dar: Die mehr
auf die Öl & Gas Industrie spezialisierten ATB-Gesellschaften
mussten einen "bemerkbaren" Rückgang an Projekten verbuchen.
Zusätzlich habe sich auch die schwierige Situation im
Coal-Mining-Segment negativ auf die Auftragseingangssituation
ausgewirkt. Auf der anderen Seite habe die "High-Voltage"-Sparte im
zweiten Quartal einen "substanziellen Auftrag" an Land gezogen. Im
Ausblick setzt ATB nun auch einige Hoffnungen auf den iranischen
Markt, wenn dort 2016 die Sanktionen wegfallen.
Zum Stichtag 30. Juni 2015 beschäftigte die ATB-Gruppe insgesamt
3.728 Mitarbeiter. Der Rückgang um 1,3 Prozent lag nach
Unternehmensangaben zur Gänze an der Umstrukturierung bei ATB
Morley.
(Schluss) rf/itz
ISIN AT0000617832
WEB http://www.atb-motors.com