conwert - Kleinanlegervertreter kritisiert Deutschland-Deal massiv
Rasinger: Angestrebtes Milliardengeschäft beim Kauf deutscher
Wohnungen kommt zur Unzeit - Unternehmen hat geringe
Kapitalausstattung und noch viele Hausaufgaben offen
Der von der österreichischen Immobiliengesellschaft
conwert angestrebte Milliarden-Deal in Deutschland stößt auf massive
Kritik. "Ich verstehe nicht, warum das Unternehmen in seinem
derzeitigen Zustand versucht, auf Brautschau zu gehen - es gibt so
viele Hausaufgaben zu erledigen und das Geld ist auch nicht da",
sagte Kleinanlegervertreter Wilhelm Rasinger heute, Mittwoch, zur
APA.Die börsennotierte conwert hat derzeit einen milliardenschweren
Zukauf in Vorbereitung, wie sie Dienstagabend bekanntgab. Der
Konzern will in Deutschland rund 16.000 Wohnungen im Wert von 1,1
Mrd. Euro aus dem Portfolio der BGP Investment kaufen. Die
Verhandlungen sind derzeit im Laufen.
"Was soll diese Aktion - im Endeffekt entstehen hohe Kosten, ich
sehe keinen Vorteil in dieser Phase des Unternehmens", wundert sich
der Präsident des Interessenverbands für Anleger (IVA). "Wer spielt
da jetzt welches Spiel?" Im gegenwärtigen Zustand sei die conwert
"ein nicht optimal vorbereiteter Partner für so etwas", so Rasinger.
Zu den offenen Aufgaben gehörten etwa die Besetzung des
Aufsichtsrates und der Ablauf der Hauptversammlung. Weiters ist die
Eigenkapitalquote dem Aktionärsvertreter zufolge
"unterdurchschnittlich" und die Verbindlichkeiten sind hoch
verzinst. Auch "eine Unzahl von Rechtsstreitigkeiten" sei noch zu
klären.
Zuletzt hätten der Bauunternehmer Hans Peter Haselsteiner als
Großaktionär und Verwaltungsrats-Chefin Kerstin Gelbmann "das
Unternehmen fluchtartig verlassen". Der bisherige conwert-Chef
Clemens Schneider ging nach dem Einstieg der zypriotischen
Investmentgesellschaft MountainPeak Trading des israelischen
Milliardärs Teddy Sagi, der im Mai das Aktienpaket von Haselsteiner
übernommen hat.
"Der jetzt geplante Mega-Deal ist für mich unverständlich und
nicht im Interesse der Streubesitzer", betonte Rasinger. Das
milliardenschwere Geschäft in Deutschland "kommt zur Unzeit". Zuerst
seien einmal sechs bis zwölf Monate lang solide Arbeit zu leisten
und die Hausaufgaben zu machen. "Es ist so viel zu tun, weil
Haselsteiner und Schneider so viele Scherben hinterlassen haben, die
freilich zum Teil noch ein Erbe von Kerbler (Unternehmensgründer
Günter Kerbler, Anm.) & Co sind."
(Schluss) kre/gru
ISIN AT0000697750
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