ÖVAG kriegt bedingt EZB-Okay zu Spaltungskapitalplan, Garantien nötig
"Bloomberg": Garantien von einem Dritten nötig, für jene
Mittel die baldige Bad Bank Immigon den
Volksbank-Genossenschaftern schuldet
Die ÖVAG erhält einem Bericht der
Finanznachrichtenagentur Bloomberg zufolge ein bedingtes Okay der
Europäischen Zentralbank (EZB) für ihren Kapitalplan im Rahmen der
Schaffung der Bad Bank Immigon für die Rest-ÖVAG und die
Neustrukturierung des Volksbankensektors. Es braucht aber noch
Garantien durch Dritte, so die Agentur. Im EZB-Stresstest war eine
Lücke von 865 Mio. Euro festgestellt worden.Die ÖVAG braucht dem Agenturberichtzufolge Garantien von einem
Dritten für die Mittel, die sie ihren Genossenschaftern aus dem
Volksbanken-Verbund schuldet - bevor sie ihre Bankenlizenz abgeben
könne und als Immigon ohne Banklizenz zum Portfolio-Abbau
weiterfirmiert und ein neuer Verbund weiter besteht.
Bloße Formalakte sind die Aufsichtsgenehmigungen jedenfalls
nicht, verlautete schon Ende Mai. Die Volksbanker müssen für den
Start der Bad Bank beispielsweise noch Abklärungen zu von ihnen
gehaltenen ÖVAG-Anleihen liefern. Da geht es um Haftungsfragen. Die
Spaltung der teilstaatlichen ÖVAG (Volksbanken AG) und Umwandlung in
eine Abbaufirma und das neue Spitzeninstitut Volksbank Wien-Baden
war Ende Mai in einer Aktionärsversammlung einstimmig beschlossen
worden. Etwa wurde die Herabsetzung des Grundkapitals von rund 577
Millionen auf 19 Mio. Euro beschlossen, womit auch der Bund
Aktienkapitalanteile in den Wind schreiben muss. Das
Partizipationskapital wird ebenso herabgesetzt
Die Neuordnung der Volksbankenverbundgruppe und die
Abspaltungsvorhaben werden noch geprüft. Bloomberg bezieht sich auf
Insider, die namentlich nicht genannt werden wollten, weil es sich
um vertrauliche Gespräche handle. Offiziell haben keine Sprecher
Stellung beziehen wollen. Neben der EZB müssen auch die
EU-Kommission und die heimische Aufsicht ihr Okay geben.
Nach bisherigem Stand werden in der Bad Bank Immigon zum Start
Assets und Beteiligungen mit einer Bilanzsumme von 7,1 Mrd. Euro
liegen, in die Volksbank Wien-Baden wechseln bisherige
ÖVAG-Bankteile über 8,7 Mrd. Euro.
An der ÖVAG hält der Bund seit der letzten Rettungsaktion vor
drei Jahren 43,3 Prozent. Mehrheitseigentümer sind die regionalen
Volksbanken, deren Holding 51,6 Prozent hält. 3,8 Prozent hat die
deutsche DZ Bank, auf die RZB entfallen 0,9 Prozent, auf sonstige
Aktionäre 0,4 Prozent. In der künftigen Bad Bank sollen die
Volksbanken keine Mehrheit mehr halten.
ÖVAG-Chef Stephan Koren bezeichnete die Spaltung der ÖVAG zuletzt
als zentralen Teil zur Schaffung des neuen Volksbanken-Verbunds. In
Kraft tritt die neue Struktur am 4. Juli.
(Schluss) phs/cri
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