Deutscher Bahnstreik - Hebenstreit: "Wer Wind sät, wird Sturm ernten"
Streiks wie in Deutschland wären auch in Österreich denkbar -
KV-Verhandlungen noch nicht begonnen - ÖBB beruhigen: Kaum
Auswirkungen auf Österreich
Eisenbahner-Gewerkschafter Roman Hebenstreit
solidarisiert sich mit seinen deutschen Kollegen im seit
Wochenbeginn laufenden Bahnstreik. "Wer Wind sät, wird Sturm
ernten", sagte Hebenstreit, der auch Vorsitzender des
ÖBB-Konzernbetriebsrats ist, am Mittwoch zur APA. Kein Eisenbahner
habe sich die Liberalisierung gewünscht, die Arbeitnehmer würden
untereinander ausgespielt.Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat zum längsten
Streik in der Geschichte der Deutschen Bahn aufgerufen.
Montagnachmittag wurde im Güterverkehr die Arbeit niedergelegt, seit
Dienstag ist auch der Personenverkehr betroffen. Der Ausstand soll
noch bis Sonntag dauern. Eine Annäherung zwischen Gewerkschaft und
Deutscher Bahn ist derzeit nicht in Sicht.
Auch für Österreich schließt Hebenstreit Streiks nicht
grundsätzlich aus, wenngleich die Streikkultur hierzulande nicht
besonders ausgeprägt ist. Eine kürzlich durchgeführte Online-Umfrage
der Gewerkschaft vida unter Eisenbahn-Beschäftigten habe ergeben,
dass es eine hohe Bereitschaft gebe, die eigenen Interessen mithilfe
eines Arbeitskampfes durchzusetzen, so Hebenstreit. Gewerkschaft und
Arbeitgeber befinden sich hierzulande gerade vor Beginn der
jährlichen Kollektivvertragsverhandlungen im Eisenbahnsektor. "Wir
sind aber immer noch beim Terminfinden, weil sich die Kammer noch
nicht konstituiert hat", sagte der Gewerkschafter.
Seitens der ÖBB wurde heute erneut betont, dass die Auswirkungen
des Streiks in Deutschland kaum Auswirkungen auf Österreich hätten.
Innerhalb von Österreich laufe alles plangemäß, auch die Verbindung
zwischen Wien und München sei nicht betroffen. Einzig die Nachtzüge
zwischen Wien und Düsseldorf bzw. Hamburg fielen aus, sagte ein
ÖBB-Sprecher zur APA. Für sie gebe es auch keine Alternativen.
Betroffenen Reisenden rät die Bahn daher, die Reise - wenn möglich -
zu verschieben.
Reisende können sich grundsätzlich auf der ÖBB-Homepage
(www.oebb.at) informieren oder im Callcenter unter 05 1717
nachfragen. Dort sei das Personal aufgestockt worden. Auch am
Salzburger Hauptbahnhof, dem Hotspot für Reisen nach Deutschland,
sei eigens Personal abgestellt worden, um die Passagiere zu
informieren.
Zu einem Kommentar zum deutschen Streik ließ man sich bei den ÖBB
nicht hinreißen. "Wir nehmen das zur Kenntnis", hieß es.
(Schluss) kan/pro
ISIN
WEB http://www.deutschebahn.com/de/
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http://www.vida.at