Lufthansa-Manager Kratky lenkt ab August die AUA
AUA-Verlust im ersten Quartal auf Vorjahreshöhe -
Lufthansa-Buchungen kaum vom Germanwings-Absturz betroffen -
Betriebsverlust der Lufthansa sank im ersten Quartal auf 167
Millionen Euro - BILD GRAFIK
Die AUA wird ab 1 August vom
derzeitigen Lufthansa-Vorstandsmitglied Kay Kratky (57) geführt. Der
AUA-Aufsichtsrat am 12. Mai muss diese Personalie nur mehr absegnen.
Kratky folgt Jaan Albrecht (60), der künftig SunExpress führt, das
Joint Venture zwischen Lufthansa und der Turkish Airlines.Albrecht sagte heute bei der Vorstellung der Unternehmenszahlen
vom 1. Quartal, er übergebe "eine Airline. Vor dreieinhalb Jahren
war nicht selbstverständlich, dass wir hier (überhaupt) eine Airline
weitergeben können". Auch wenn der Verlust im Winterquartal mit 53
Mio. Euro praktisch gleich hoch war wie im Jahr davor (54 Mio.
Euro), werde die Airline über das Jahr gesehen Schwarze Zahlen
schreiben. Wichtigstes Ziel ist nun die Flottenweiterentwicklung und
die Finanzierung. Aufgrund der vielen Umschulungen habe die
Langstreckenexpansion der AUA um ein Jahr verschoben werden müssen.
Auch der AUA-Mutter Lufthansa geht es trotz des Absturzes der
Germanwings-Maschine gut. "Bei Germanwings haben sich die
Buchungseingänge bereits wenige Tage nach dem Unglück normalisiert",
sagte Lufthansa-Finanzchefin Simone Menne am Dienstag laut Reuters.
"Die Vorausbuchungen bei Lufthansa waren so gut wie gar nicht von
dem Unglück betroffen." Insgesamt hätten die Streiks der Piloten
mehr Gäste von einem Flug abgehalten als der Absturz, sagte sie.
Am 24. März war ein Airbus von Germanwings mit 150 Menschen an
Bord über den französischen Alpen in einen Berg geflogen. Nach
Ansicht der Ermittler steuerte der Copilot die Maschine absichtlich
gegen eine Felswand. Die Katastrophe, die den auf seine hohen
Sicherheitsstandards stolzen Konzern tief erschüttert, bringt
zumindest die Finanzen der Lufthansa nicht in Schieflage. Für die
Bilanz seien keine Konsequenzen aus dem Unglück für den Konzern
erkennbar, sagte Menne. "Wir sind durch die Versicherung abgedeckt,
auch bei Klagen von Angehörigen - sollten die denn kommen." Derzeit
gebe es keine Erkenntnisse, ob es etwa zu Sammelklagen kommen werde,
sagte sie.
Ausschlaggebend ist nach Aussagen von Anwälten vor allem die
Staatsbürgerschaft der Opfer und damit die Regelungen, die in ihrem
jeweiligen Heimatland gelten. So dürften Hinterbliebene von
US-Opfern im Klagefall mit zwei Millionen rechnen, weil die Trauer
und der Schmerz der Verwandten im US-Recht ein starkes Gewicht
haben. An Bord der Maschine waren drei US-Amerikaner. Insgesamt
kommen auf die Versicherer der Lufthansa wegen des Unfalls
voraussichtlich Kosten von 300 Millionen Dollar (270 Mio. Euro) zu.
Trotz des Germanwings-Absturzes dämmte die Lufthansa das
saisonübliche Minus im Jahresauftaktquartal ein. Der Betriebsverlust
schrumpfte in den ersten drei Monaten auf 167 Mio. Euro nach einem
Fehlbetrag von 240 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Insbesondere
Swiss, Lufthansa Cargo und Lufthansa Passage entwickelten sich
positiv. Der Umsatz zog um acht Prozent auf knapp sieben Milliarden
Euro an. Im Gesamtjahr strebt der Vorstand weiterhin einen
Betriebsgewinn von mehr als 1,5 Mrd. Euro an. Aufgrund der
Geschäftsentwicklung der letzten Wochen sei es aber
unwahrscheinlich, die Prognose deutlich zu übertreffen. Die Kosten
für den Konzernumbau und Streiks sind in der Prognose nicht
mitgerechnet. Allein letztere dürften sich im ersten Halbjahr auf
100 Millionen Euro summieren. Neuigkeiten im Tarifkonflikt mit der
Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit gebe es nicht, sagte Menne.
Die Antwort auf eine von der Lufthansa vorige Woche angebotene
Schlichtung aller Tarifthemen stehe noch aus.
(Schluss) tsk
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