Santander Consumer Bank - Gewinn wegen Verbandsklagen unter Druck
Höhere Rückstellungen nach verlorenem OGH-Urteil - Gewinn 2013
wurde von 42,4 auf 16,4 Mio. Euro adaptiert - Gewinn 2014 bei
26 Mio. Euro
Die in den Vorjahren massiv ins Visier von
Konsumentenschützern geratene Santander Consumer Bank musste den
Jahresgewinn 2013 von 42,4 auf 16,4 Mio. Euro adaptieren. Grund
dafür waren notwendig gewordene Rückstellungen, nachdem die Bank
eine Verbandsklage des VKI vor dem OGH verloren hatte. 2014
erwirtschaftete die Bank einen Gewinn von 26 Mio. Euro, wie sie
heute, Dienstag, mitteilte.Im November 2013 kam der Oberste Gerichtshof (OGH) zur Ansicht,
dass die Santander Consumer Bank - sie gehört zur spanischen Banco
Santander - ihre Kunden über die tatsächlichen Kosten ihrer
Verbraucherkredite täusche. Sie müsse das künftig nicht nur
unterlassen, sondern ihren Kunden auch Geld zurückzahlen.
Wie viel Geld die Bank dafür rückgestellt hat, teilte sie
anlässlich der heutigen Bilanzpressekonferenz nicht mit. Aus dem
Geschäftsbericht 2013 geht jedoch hervor, dass die
Wertberichtigungen auf Forderungen und Zuführungen zu Rückstellungen
für Eventualverbindlichkeiten und Kreditrisiken um 30 Mio. von 65,4
auf 95,6 Mio. Euro erhöht wurden.
Wie die Bank heute weiter mitteilte, erhöhte sich der Umsatz 2014
von 1,00 auf 1,07 Mrd. Euro. Die Anzahl der Kundenverträge erhöhte
sich um 35.000 auf 348.000. Österreichweit werden aktuell 29
Filialen betrieben und 400 Mitarbeiter beschäftigt. Mit 2.580
Händlern gibt es Partnerschaftsverträge.
2014 wurden 333 Mio. Euro an Bar-Krediten vergeben, ein Plus von
13 Prozent. Insgesamt wurden 27.600 (2013: 25.000) Neuverträge
abgeschlossen. Im Durchschnitt lag die Kredithöhe bei 10.700 Euro
und die Laufzeit bei 80 Monaten.
Bei der Finanzierung von Konsumgütern über den Handel ist die
Bank nach eigenen Angaben mit einem Marktanteil von 95 Prozent die
klare Nummer eins. Der Umsatz stieg in diesem Bereich 2014 um 11,4
Prozent auf 147 Mio. Euro. Die Zahl der Neuverträge konnte auf
134.761 (120.816) gesteigert werden. Im Schnitt belief sich der
Finanzierungsbetrag au 1.100 Euro mit einer Laufzeit von 22 Monaten.
1.380 Händler sind Partner.
Bei der Kfz-Finanzierung stieg im Vorjahr um 17 auf 592 Mio.
Euro, ein Plus von knapp 3 Prozent. 40.800 Fahrzeuge wurden mit
einem durchschnittlichen Betrag von 14.500 Euro finanziert. Mit
1.200 Kfz-Händlern gibt es Partnerschaftsverträge.
Beim Online-Sparen konnte im ersten vollen Geschäftsjahr das
Einlagevolumen auf 814 Mio. Euro erhöht werden. Beim größten Teil -
505 Mio. Euro - handelt es sich um Taggeld. Die Bank zählt 18.100
Kunden und 32.200 Konten.
"In den nächsten Jahren planen wir drei weitere
Filialeröffnungen", kündigte Olaf Poenisch, Vorsitzender der
Geschäftsführung der Bank, in der Presseaussendung an.
(Schluss) ggr/ivn
ISIN ES0113900J37
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