Konjunktur - Eurozone verzeichnet im März stärkstes Wirtschaftswachstum seit nahezu vier Jahren

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Eurozone verzeichnet im März stärkstes Wirtschaftswachstum seit nahezu vier Jahren



 Flash Eurozone Composite Index Produktion bei 54.1 (Finalwert Feb. 53.3); 46-Monatshoch
 Flash Eurozone Service-Index Geschäfts-tätigkeit bei 54.3 (Finalwert Feb. 53.7); 46-Monatshoch
 Flash Eurozone EMI™ Industrie bei 51.9 (Finalwert Feb. 51.0); 10-Monatshoch
 Flash Eurozone Index Industrieproduktion bei 53.5 (Finalwert Feb. 52.1); 10-Monatshoch

Die Wirtschaftsleistung der Eurozone stieg im März so kräftig wie zuletzt im Mai 2011. Dies signalisiert der Markit Flash Eurozone Composite Index Produktion, der binnen Monatsfrist um 0.8 Punkte auf 54.1 kletterte und damit den vierten Monat in Folge zulegte. Die Vorabschätzung basiert auf 85% der regulären Rückmeldungen der monatlichen Einkaufsmanagerindex-Umfragen. Mit 53.3 Punkten fällt der Durchschnittswert für das erste Quartal 2015 so gut aus wie zuletzt im zweiten Quartal 2014. Die Hauptwachstumsimpulse gingen im März vom Auftragseingang aus, der das höchste Plus seit Mai 2011 auswies.

Der Aufschwung stand in beiden von der Umfrage erfassten Sektoren auf breiter Basis. So vermeldete der Servicesektor die stärksten Geschäfts- und Auftragszuwächse seit Mai 2011, die Industrie das höchste Plus bei Produktion und Auftragseingang seit Mai 2014. Die Exportbestellungen legten so kräftig zu wie zuletzt vor acht Monaten.

Der Stellenaufbau fiel insgesamt so stark aus wie seit August 2011 nicht mehr. Im Servicesektor blieb der Jobindex auf dem annähernden Vier-Jahreshoch von Februar, in der Industrie wurden unterm Strich so viele neue Stellen geschaffen wie im April letzten Jahres.

Der Deflationsdruck schwächte sich gegenüber Februar ab. So wurden die Verkaufs- bzw. Angebotspreise für Güter und Dienstleistungen mit der niedrigsten Rate seit Juli 2014 reduziert, da einige Firmen gezwungen waren, die gestiegenen Kosten an ihre Kunden weiterzugeben. Die Einkaufspreise legten insgesamt so stark zu wie seit Juli 2014 nicht mehr, was nicht zuletzt auf die überwiegend in US-Währung gehandelten Einfuhren (bei gleichzeitiger Euro-Schwäche) und die gestiegenen Lohnkosten zurückzuführen war.

In der Industrie legten die Verkaufs- und Einkaufspreise erstmals seit sieben Monaten wieder moderat zu. Im Servicesektor wurden die Angebotspreise mit der niedrigsten Rate seit neun Monaten reduziert, während die Kosten hier so stark stiegen wie seit Juli letzten Jahres nicht mehr.

Nach Ländern betrachtet, vermeldete Deutschland das stärkste Wirtschaftswachstum seit acht Monaten und das höchste Auftragsplus seit neun Monaten. Die Industrieproduktion wurde so kräftig ausgeweitet wie zuletzt vor knapp einem Jahr. Damit holte die Industrie gegenüber dem Servicesektor auf, wo die Geschäfte so gut liefen wie seit sechs Monaten nicht mehr. Die Einkaufspreise stiegen erstmals seit vier Monaten wieder, woraufhin auch die Verkaufspreise angehoben wurden.

Der französische Composite PMI signalisierte das zweite Wachstum in Folge, wobei der Index gegenüber dem 42-Monatshoch von Februar leicht nachgab und damit deutlich niedriger notiert als der entsprechende deutsche Index. Der Auftragseingang legte hingegen rasant zu und wies das höchste Plus seit August 2011 aus. Der französische Industriesektor enttäuschte jedoch.

Chris Williamson, Chief Economist bei Markit, kommentiert den aktuellen Eurozone Flash-EMI:

“Der Aufschwung der Eurozone hat im März deutlich an Fahrt gewonnen und den Composite PMI auf den höchsten Wert seit fast vier Jahren steigen lassen. Diese Entwicklung ist höchst willkommen, wartet die Währungsunion doch auf Anzeichen dafür, dass die Quantitative Lockerung der EZB Früchte trägt.

Dank des 0,4-prozentigen Wachstums in Deutschland und erster Anzeichen eines sehnlichst erwarteten Aufschwungs in Frankreich dürfte das Eurozone-BIP um 0,3% zulegen. Frankreichs PMI-Umfragen deuten zwar lediglich auf ein Quartalswachstum von 0,2% hin – für die zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone allerdings der beste Wert seit 2011.

Auch im Rest der Währungsunion gewinnt die Konjunktur zunehmend an Fahrt. Hier verzeichneten die Unternehmen im März die stärksten Auftrags- und Beschäftigungszuwächse seit 2007.

Der Servicesektor schnitt europaweit zwar ein weiteres Mal besser ab als die Industrie, doch ging es in beiden Sektoren im März aufwärts – nicht zuletzt dank der die Kauflaune befeuernden Niedrigpreise. Die exportorientierten Industrie-betriebe profitierten überdies noch vom schwachen Euro.

Wegen der höheren Ausgaben für Löhne und Gehälter sowie den gestiegenen Importkosten infolge der weiteren Abschwächung des Euro haben sich im Monatsverlauf auch die Deflationsgefahren verringert.

Unsere Umfragen deuten darauf hin, dass die Quantitative Lockerung der EZB just dann in Kraft getreten ist, als der Wirtschafsaufschwung bereits an Fahrt gewonnen hat. Damit dürften die Weichen auch für den weiteren Jahresverlauf auf Wachstum gestellt sein, was auf Unternehmensseite Investitionen und Neueinstellungen nach sich ziehen und dem Aufschwung damit Nachhaltigkeit verschaffen dürfte.

Griechenland und Russland bereiten jedoch nach wie vor Sorgen - eine Mahnung, dass ein anhaltender Aufschwung keineswegs sicher ist.”




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