Siemens streicht insgesamt 9.000 Jobs - Österreich nicht betroffen

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Siemens streicht insgesamt 9.000 Jobs - Österreich nicht betroffen


Tausende Jobs in Verwaltung fallen weg, auch in Energiesparte harte Einschnitte - Siemens-Österreich-Chef rechnet nicht mit Stellenabbau, Zentralbetriebsrat will noch keine Entwarnung geben - GRAFIK



Siemens-Chef Joe Kaeser treibt den Konzernumbau mit der Streichung von insgesamt rund 9.000 Jobs voran. Weltweit 7.800 Arbeitsplätze kostet allein die Neuausrichtung der Organisation - davon etwa 3.300 in Deutschland. Bereits bekannt ist, dass zusätzlich in der Energiesparte rund 1.200 Stellen wegfallen sollen. Siemens Österreich ist offenbar vom Jobabbau nicht betroffen.

Siemens-Österreich-Chef Wolfgang Hesoun zeigte sich zuversichtlich, dass es zu keinem Stellenabbau in Österreich kommen wird. "Jene Strukturänderungen, wie sie für Deutschland relevant sind, gibt es für Österreich nicht", sagte Hesoun am Freitag zu "derStandard.at". "Ich sehe daher hierzulande keine Indizien für einen Stellenabbau." Siemens-Österreich-Zentralbetriebsrat Friedrich Hagl will noch nicht Entwarnung geben. "Derzeit ist alles Kaffeesudlesen, die Gespräche finden erst nach Ostern statt. Siemens Österreich hat aber sicher keinen Speckgürtel", sagte Hagl zur APA.

Derzeit sind in Österreich 10.400 Personen bei Siemens beschäftigt. In dieser Zahl sind die Beschäftigten der Linzer VAI, die als Joint Venture von Siemens und Mitsubishi geführt wird, nicht mehr dabei.

Die jetzt vom Siemens-Chef konkretisierten Pläne für den Umbau des Energie- und Industriekonzerns treffen vor allem die Verwaltung. "Mit unserem Unternehmenskonzept Vision 2020 wollen wir das Unternehmen wieder auf nachhaltigen Wachstumskurs bringen und die Profitabilitätslücke zu den Wettbewerbern schließen", erklärte der Vorstandschef. Deutschlandweit am stärksten treffen die Kürzungspläne den Standort Erlangen mit 900 Stellen. In Nürnberg sollen rund 300 Arbeitsplätze wegfallen, am Konzernsitz in München etwa 500 Stellen.

In Nordrhein-Westfalen geht es um insgesamt rund 300 Jobs an mehreren Standorten, darunter Mülheim und Duisburg. Die übrigen 1.300 Stellen, die deutschlandweit abgebaut werden sollen, verteilen sich auf zahlreiche Siemens-Niederlassungen - darunter beispielsweise auch Berlin. An diesen Standorten wird der Abbau wohl geringer ausfallen, genaue Zahlen dazu konnten vorerst aber noch nicht genannt werden.

Man werde nun zeitnah in Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern eintreten und konstruktiv nach sozialverträglichen Lösungen suchen, erklärte die neue Siemens-Personalchefin Janina Kugel. Betriebsbedingte Kündigungen sollten entsprechend geltender Vereinbarungen in dem Unternehmen vermieden werden.

Die IG Metall kritisierte die Abbaupläne. Zwar stelle sich die Gewerkschaft nicht prinzipiell gegen "die Reduzierung überflüssiger Bürokratie und die Verschlankung unnötig komplizierter Prozesse", sagte der bayerische IG-Metall-Bezirksleiter Jürgen Wechsler. "Wir lehnen es aber entschieden ab, dass eine Umstrukturierung wie so oft mit Personalreduzierungen einhergeht."

Kaeser hatte den größten Konzernumbau seit 25 Jahren im Mai 2014 gestartet. Die Sektoren-Einteilung des Geschäfts wurde gekippt, die Zahl der Divisionen von 16 auf 9 reduziert. Die Medizintechnik wird verselbstständigt, auch der Verkauf von Randaktivitäten wie der Hörgerätesparte oder des Anteils am Hausgerätehersteller BSH gehört zu dem Konzept.

Die internen Abläufe bei Siemens sollen gestrafft und vereinfacht werden. Geschäftlich richtet Kaeser den Konzern auf Elektrifizierung, Automatisierung und Digitalisierung aus. Zuletzt lief es für das Dax-Schwergewicht nicht rund: Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres (30. September) war der Gewinn eingebrochen.

Mit den Plänen will Kaeser den Elektroriesen verschlanken und fitter für den Wettbewerb machen sowie die Kundennähe erhöhen. Zugleich sollen die Kosten um eine Milliarde Euro gedrückt werden. Die entsprechenden Einsparungen sollen in Innovationen, eine höhere Produktivität und Wachstum investiert werden, wie Siemens erklärte.

Dank der so freigesetzten Investitionen dürfte die weltweite Mitarbeiterzahl von zuletzt 343.000 am Ende annähernd stabil bleiben. Allein in den ersten vier Monaten des Geschäftsjahres seien weltweit schon mehr als 11 000 Mitarbeiter neu eingestellt worden, davon mehr als 1500 in Deutschland, hieß es.

( 0165-15, Format 88 x 55 mm) (Schluss) cri/cs

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