UniCredit: Exposure von Franken-Krediten in CEE beträgt 1,3 Mrd. Euro
Papa: 1,5 Prozent des gesamten Kreditvolumens von 85 Mrd. Euro
- Kredit-Probleme in Ungarn im Vorjahr gelöst - Beschleunigung
des Kreditwachstums in CEE erwartet
Die italienische UniCredit, Mutter der Bank
Austria, erwartet für ihr Osteuropa-Geschäft nur geringe
Auswirkungen durch die plötzliche Franken-Aufwertung. "Unser
Exposure beträgt derzeit rund 1,5 Prozent unseres gesamten
Kreditvolumens", sagte der Osteuropa-Chef der Bank, Gianni Franco
Papa, am Mittwoch in Wien. "Das entspricht 1,3 Mrd. Euro bei einem
Gesamtvolumen von 85 Mrd. Euro."Das Problem mit Franken-Krediten in Ungarn sei im vergangenen
Jahr gelöst worden, das Exposure in anderen Ländern der Region sei
gering, und auch jenes in Kroatien lasse sich sehr gut in den Griff
bekommen, sagte Papa. Die Risikovorsorgen für faule Kredite könnten
zwar leicht steigen, aber man rechne nicht mit größeren Auswirkungen
der Franken-Aufwertung auf das eigene Geschäft.
Für die gesamte Region Zentral- und Südosteuropa rechnet die
UniCredit mit einer leichten Beschleunigung des Kreditwachstums,
angetrieben durch Unternehmensfinanzierungen. Insgesamt sollte die
Profitabilität des CEE-Bankenmarktes mit einem Return of Assets
(Gesamtkapital-Rentabilität) von rund 1,0 Prozent heuer auf dem
Niveau von 2014 liegen, heißt es - wobei die Unterschiede zwischen
den einzelnen Ländern sehr groß seien.
So rechne man für Zentral- und Südosteuropa für heuer mit einem
Wirtschaftswachstum von 2,5 Prozent und im kommenden Jahr mit 2,9
Prozent. Schließe man aber Russland mit ein, dann werde die gesamte
Region heuer nur um 0,2 Prozent wachsen und im kommenden Jahr um 2,2
Prozent.
Eine Fortsetzung der Wirtschaftssanktionen gegen Russland würde
sich zweifellos auf die Wirtschaft des Landes negativ auswirken,
sagte Papa. "Ich hoffe wirklich, dass die Sanktionen aufgehoben
werden, weil das bedeuten würde, dass das Ukraine-Problem gelöst
ist." Was sich derzeit aber auf die russische Wirtschaft wesentlich
stärker auswirke als die Sanktionen sei der starke Rückgang des
Ölpreises. Das habe den Wertverfall des Rubels ausgelöst und weniger
die Sanktionen.
Über die Frage, wie hoch das erwartete Quantitative Easing (QE)
der Europäischen Zentralbank ausfallen müsste, um die Banken
zufriedenzustellen und die Märkte zu beruhigen, wollte Papa nicht
spekulieren. "Es tut mir leid, ich habe heute früh meine
Kristallkugel zu Hause vergessen. Egal, welche Zahl ich jetzt nennen
würde, sie wäre falsch."
(Schluss) ivn/ggr
ISIN IT0004781412
WEB https://www.unicreditgroup.eu