Erste Fondsgesellschaft für 2015 verhalten positiv
CIO-Permoser: "Risiko höher als in Vorjahren" - Luft wird
dünner - Timing wichtig - Aktien bleiben attraktiv -
Espa-Fondsvolumen stieg 2014 um 15 Prozent
Die Fondsexperten der Erste Bank sind für 2015
verhalten positiv gestimmt. Nach einem erfreulichen Vorjahr, bei dem
fast alle Erste-Fonds positiv performten, werde die Luft jetzt
dünner, hieß es am Mittwoch bei einem Pressegespräch in Wien. Noch
gebe es aber Chancen, Geld zu verdienen, wenn man bereit sei, Risiko
zu nehmen und taktisch vorgehe."Das Risiko ist heuer höher als in den Vorjahren", warnte Gerold
Permoser, Chief Investment Officer (CIO) der Erste
Kapitalanlagegesellschaften Erste Asset Management (EAM) und Erste
Sparinvest (Espa). Deshalb werde dem Risikomanagement in diesem Jahr
eine wesentlich größere Bedeutung zukommen. Entscheidend für die
Performance werde das richtige Timing für den Ein- und Ausstieg in
Märkte und Sektoren werden. Die Devise für heuer laute deshalb
"kontrollierte Offensive", so Heinz Bednar, Geschäftsführer der EAM
und Espa.
2014 ist für die Erste Kapitalanlagegesellschaften "ziemlich
erfolgreich" verlaufen, so Bednar. Nach den institutionellen
Investoren seien auch die Retailkunden wieder zurückgekehrt. Die auf
dem österreichischen Markt agierende Espa habe mit einem
Fondsvolumen von 30,8 Mrd. Euro ein neues Allzeithoch erreicht. Der
Zuwachs habe 15 Prozent betragen. Die ebenfalls zur Erste zählende
Ringturm KAG kam auf 4,7 Mrd. Euro. Insgesamt sei der heimische
Fondsmarkt um gut 8 Prozent auf 157,8 Mrd. Euro gewachsen. Auch in
Zentral- und Osteuropa, wo die EAM das Fondsgeschäft betreibt,
konnte das Fondsvolumen gesteigert werden und lag per Jahresende bei
13,5 Mrd. Euro nach 11,3 Mrd. Euro Ende 2013.
Performance-Spitzenreiter war 2014 der "Espa Stock Biotec" mit
einem Jahresplus von 52,7 Prozent, Schlusslicht war der "Espa Stock
Russia" mit minus 36,16 Prozent.
Auch 2015 gebe es eine Reihe von Risiken, die sich negativ auf
die Finanzmärkte auswirken könnten, so Permoser. Er verwies dabei
vor allem auf einen möglichen Austritt Griechenlands aus der
Eurozone (Grexit), die Russland-Krise, den Ölpreis sowie eine
Rezession in China. Der sinkende Ölpreis wirke sich aber insgesamt
positiv auf die Weltwirtschaft aus.
Das richtige Timing für die Ein- und Ausstiege in die
Finanzmärkte werde vor allem von den Entscheidungen der Notenbanken
Fed, EZB oder Bank of Japan abhängig sein, weiters von aktuellen
Wirtschaftsdaten und Stimmungsindikatoren. Es werden jedenfalls mehr
Aktivitäten bei den Veranlagungen notwendig sein. Generell sollte
die Erholungsphase von Aktien aber weiter gehen.
Den Anlegern wird empfohlen, sich eher breit diversifiziert und
global aufzustellen. Die Erwartungen der Erste-Fondsexperten für die
Anleihenmärkte sind hinsichtlich europäischen, US-amerikanischen und
lokalen Emerging Markets-Hochzinsanleihen positiv, hinsichtlich
US-Staatsanleihen negativ.
Besonders attraktiv werden US-Aktien und chinesische und indische
Aktien eingestuft. In diesen Regionen wird das stärkste und
dynamischste Gewinnwachstum erwartet. Nicht attraktiv werden dagegen
unter anderem Aktien der Euroländer gesehen. Hier wird kein
Gewinnwachstum erwartet, das wirtschaftliche Umfeld sei schwach.
Noch zu früh sei es, in Russland zu investieren. Das Land sei
noch mitten in der Krise.
Nach Sektoren werden Biotec- und IT-Unternehmen am attraktivsten
eingestuft, danach folgen Konsumgüter- und Industrieunternehmen.
Wenig attraktiv werden die Sektoren Rohstoffe, Telekom und Energie
gesehen, am wenigsten interessant erscheinen der Finanzsektor und
die Versorger.
(Schluss) ggr/kan